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| 14:11 Uhr

Saxophon in der Musikschule
Adventskonzert – und die Melancholie spielt Saxophon

Spremberg. Spremberg feiert 40 Jahre Musikausbildung. Von Annett Igel-Allzeit

Ganz viel Gefühl erlauben dürfen sich Saxophonisten in der Aria von Eugène Bozza (1905 bis 1991). 31 Jahre jung war der italienische Komponist, als er die Aria für Klavier und Alt-Saxophon schrieb. Der junge Spremberger Charly Bambor, Zwölftklässler im Erwin-Strittmatter-Gymnasium, hat sich an dieses lyrische Stück gewagt. Es vereint die jugendliche Melancholie mit einer nicht tot zu kriegenden Courage. Es schwelgt leise, seufzt laut auf, klingt wie das Entdecken eines alten Hauses. In dicken Socken tapsen wir leise und  etwas zögernd von Zimmer zu Zimmer – auf der Suche nach dem Sinn des Lebens oder nach einem Weihnachtsgeschenk.

Zum Adventskonzert der Musik- und Kunstschule „Johann Theodor Römhild“ Spree-Neiße in der Spremberger Kreuzkirche hat Charly Bambor viele Musikfreunde in der vollbesetzten Kirche mit auf die Suche genommen. Aber nicht nur der junge Saxophonist bekam viel Applaus. Auch das Jugendorchester  überraschte mit seiner Bandbreite. Sie reichte von der Ouvertüre und der Bourrée aus Händels „Feuerwerksmusik“ über Franz von Suppés „Die schöne Galathée“ und Rick Founds „Lord, I lift Your name an high“ bis hin zum amerikanischen Weihnachtslied vom kleinen Trommler. Der Chor der Landeskirchlichen Gemeinschaft sang Choräle aus Bachs „Weihnachtsoratorium“. Die Schülerinnen Lea Greiner und Chalima Schröder (beide Querflöte), Leonie Bullan und Eva Pistrosch (beide Klavier) sowie Vivien Zimmer (Violine)  waren als Solisten und im Duett zu erleben. Das Blockflötenensemble „Flautino“ und das Gitarren-Trio der Musik- und Kunstschule spielten Weihnachtslieder. Die Gruppe „ad libitum“, ehemalige Musikschüler, hatte sich Astor Piazzollas „Melodia en la Minor“ aus ihrem großen Repertoire herausgesucht. Und in dem Singspiel nach Loreena McKennitts „Dickens Dublin“ hatten ganz junge Musikschüler ihren ersten Auftritt im traditionellen Adventskonzert der Musik- und Kunstschule. Das große Weihnachtslieder-Potpourri, das jedes Jahr zum Mitsingen einlädt, gipfelte diesmal im Lied „Tochter Zion“.

Die Spremberger Musikschulausbildung steckt in ihrem 40. Schuljahr. Das will die Musik- und Kunstschule „Johann Theodor Römhild“ im nächsten Jahr mit mehreren Konzerten feiern. Die Vorbereitungen sind angelaufen. Vom 17. bis 19. Januar findet in Spremberg zudem der 56. Regionalwettbewerb Süd „Jugend musiziert“ statt. Neben den Musikschulräumen im Schloss werden öffentliche Vorspiele im Erwin-Strittmatter-Gymnasium, in der Astrid-Lindgren-Grundschule, in der Berufsorientierenden Oberschule und in der Landeskirchlichen Gemeinschaft stattfinden. Sonja Junghänel freut sich, dass sich mehrere Spremberger Firmen als Sponsoren beteiligen. Die feierliche Bekanntgabe der Ergebnisse am 19. Januar um 19 Uhr ist in der Kreuzkirche geplant.

Zudem ist das Jahr 2019 das Jahr des Saxophons. 13 Landesmusik­räte, darunter auch der Brandenburger Musikrat, haben das Instrument dazu gekürt. In der Musik- und Kunstschule Spree-Neiße, so Isabell Barz, lernen derzeit 13 Kinder und Jugendliche Saxophon spielen. Unterrichtet werden sie an den Standorten Forst und Spremberg von zwei Lehrern. Eine dritte Saxophon-Lehrerin kümmert sich um die Saxophon-Gruppe in den Bläserklassen. Denn es gibt weitere schöne Saxophon-Stücke von Bozza und anderen Komponisten.