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| 17:13 Uhr

Feuerwehr
Kleine Feuerwehr und große Hoffnungen in Jämlitz

Die Feuerwehrkameraden in Jämlitz überlegen oft, wie sie mehr Mitglieder werben könnte. An der Wand hängen historische Uniformen, die sie gesammelt haben. Sie zeigen die Entwicklung der Schutzkleidung bis zur politischen Wende.
Die Feuerwehrkameraden in Jämlitz überlegen oft, wie sie mehr Mitglieder werben könnte. An der Wand hängen historische Uniformen, die sie gesammelt haben. Sie zeigen die Entwicklung der Schutzkleidung bis zur politischen Wende. FOTO: Anja Guhlan
Jämlitz. Trotz Nachwuchssorgen bleiben sie optimistisch. Von Anja Guhlan

(ang) Jedes Jahr hat die Jämlitzer Feuerwehr am Tag der deutschen Einheit ihre Tor weit geöffnet. Die Mannschaft besteht aus zwölf aktiven Kameraden. Zwei Mitglieder sind für den aktiven Dienst zu alt und in die passive Mitgliedschaft abgerutscht, erläutert Ortswehrführer Ingolf Reimann. In der Alters- und Ehrenabteilung befinden sich momentan fünf Kameraden. „Ich bekomme das Fahrzeug bei Einsätzen zwar voll, aber wir könnten mehr Mitglieder gebrauchen“, sagt Reimann. Besonders bitter sieht es beim Nachwuchs aus. Interessierte Kinder und Jugendliche werden nach Wolfshain und Groß Kölzig verwiesen.

Ingolf Reimann kann immer nur wieder damit appellieren, dass die Feuerwehr heute wichtiger denn je ist. Es geht nicht mehr nur darum, Brände zu löschen. Die Feuerwehr bietet auch technische Hilfeleistungen bei Unfällen an, fährt Einsätze im Katastrophenfall wie bei Hochwasser und ist in der Tierrettung aktiv. „Es ist nicht selbstverständlich, was die Kameraden hier leisten. Es ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, die sie freiwillig erfüllen“, lobt Reimann.  Er bedauert, dass die vielen jungen Familien, die sich in Jämlitz niedergelassen haben, zu wenig Interesse an der Feuerwehrarbeit zeigen. Gerade in diesem Jahr ist die Gefahr enorm gewesen. „Bis zum Monat August mussten wir elf Einsätze abdecken. Das ist für unsere Verhältnisse schon recht viel“, erklärt der Ortswehrführer, „allein acht Einsätze waren Wald- und Ödlandbrände.“  Die Jämlitzer leben in einem Gebiet, das flächenmäßig groß ist und viel Wald hat. „Vorsorglich verfügt unsere Wehr über ein modernes Tragkraftspritzenfahrzeug, das 1000 Liter Wasser fassen kann. Üblich sind Fahrzeuge mit einem Fassungsvermögen von 750 Liter“, berichtet Reimann. Ausgestattet ist die Wehr gut.

Derzeit stehen hinter der Wehr recht junge Kameraden. „Unser Altersdurchschnitt liegt derzeit bei knapp unter 40 Jahren“, freut sich Reimann.