Die Gemeinde Jämlitz-Klein Düben entsorgt dezentral - das hatten die Gemeindevertreter bereits im Februar beschlossen. Und der Jahreswechsel 2005/2006 als Termin, zu dem Grundstückseigentümer Anlagen entsprechend der neuen Anforderungen des Abwassergesetzes haben müssten, steht weiterhin.

Amtsdirektor für die Übernahme
Bereits am 2. März hatte Amtsdirektor Werner Guckenberger dafür geworben, dass die Gemeinde die Aufgabe der Abwasserentsorgung auf das Amt und damit auf den Eigenbetrieb für Abwasser der Stadt Döbern und des Ortsteiles Tschernitz der Gemeinde Tschernitz überträgt. Ganz flink nannte er schon damals die Gebühren: 6,90 Euro pro Kubikmeter plus einer Grundgebühr von 9,95 Euro bei abflusslosen Sammelgruben, 21,04 Euro plus Grundgebühr bei Dreikammergruben und 25,05 Euro bei der vollbiologischen Anlage (eine Grundgebühr ist hier nicht zulässig). Wenn Jämlitz-Klein Düben es wolle und der Amtsausschuss dazu auch positiv entscheide, gelte diese Schmutzwasserbeseitigungs- und die Gebührensatzung des Eigenbetriebes eben auch für das dezentral entsorgende Jämlitz-Klein Düben.
Nun, sieben Monate später, wiederholte sich Guckenberger. Und auch die Beschlussvorlage zur Übertragung der Aufgabe der Abwasserentsorgung stand zum wiederholten Male auf der Tagesordnung. Das gefiel beispielsweise dem Gemeindevertreter Detlef Krahl (Feuerwehr) nicht: „Weil der Beschluss immer wieder und kurz nacheinander auf die Tagesordnung kommt, wirkt er wie Sauerbier. Warum besteht die Notwendigkeit dieser Beschlussfassung„ Welche Kosten kommen auf die Gemeinde zu““ Die Kosten für die Gemeinde konnte am Mittwoch noch keiner abschätzen, aber die Aufgaben wurden von einer Vertreterin der Unteren Wasserbehörde aufgezählt: Nach dem Paragrafen 66 des Brandenburgischen Wassergesetzes „haben Gemeinden das auf ihrem Gebiet anfallende Abwasser zu beseitigen und die dazu notwendigen Anlagen (Abwasseranlagen) zu betreiben oder durch Dritte betreiben zu lassen, soweit nicht nach den folgenden Vorschriften andere zur Abwasserbeseitigung verpflichtet sind.“ Einer Gemeinde wie Jämlitz-Klein Düben „obliegt auch die Pflicht zur Beseitigung des in abflusslosen Gruben anfallenden Abwassers sowie des nicht separierten Klärschlammes aus Kleinkläranlagen.“ Ein Abwasserbeseitigungskonzept wäre zu erarbeiten und müsse im Abstand von fünf Jahren erneuert werden. Öffentliche Ausschreibungen gehören zum Programm, Dichtigkeitsnachweise müssen von den Grundstückseigentümern abgefordert werden.
Und dass es eine Gemeinde wie Jämlitz-Klein Düben schafft, die Abwasserentsorgung in Gebühren und Beiträgen besonders kostengünstig für die Bürger anzubieten, das bezweifelte Amtsdirektor Werner Guckenberger, der am Mittwochabend an der Sitzung teilnahm. „Die dezentrale Entsorgung ist die preiswerteste Variante, wenn Sie die Aufgabe der Abwasserentsorgung auf das Amt übertragen.“ Schließlich sei es ein Unterschied, ob eine kleine Gemeinde den Klärschlamm von einer Firma abtransportieren lässt, oder der viel größere Amtsbereich.

Bürger diskutierten mit
Mehrere Gemeindevertreter fühlten sich schließlich betreffs der Entscheidung überfordert und befangen. Bürgern, die zu dieser Zeit gar kein Rederecht hatten, stellten ihre Fragen in dem Glauben, sie stellen zu müssen, weil es die Gemeindevertreter nicht tun. War zu viel zu bedenken am Mittwoch„ Man habe in Jämlitz-Klein Düben beispielsweise Angst davor, Döberner Schulden mitfinanzieren zu müssen, wenn die Aufgabe der Abwasserbeseitigung vom Eigenbetrieb erledigt wird. Und dann liegt im Ortsteil Jämlitz in zwei Straßenzügen ein einst mit Fördermitteln gebautes Kanalsystem. Noch im März hatte Horst Hallasch erklärt, dass die Gemeinde kein Geld dafür hat, ein Gutachten dazu erstellen zu lassen. Könnte hier eine Kläranlage angebaut werden“ Der Kanal selbst ist Eigentum der Gemeinde. Amtsdirektor Werner Guckenberger war am Mittwoch der Meinung: „Der Kanal muss genutzt werden.“ Aber der Kanal habe jetzt nichts mit der Entscheidung zur Übertragung der Aufgabe der Abwasserentsorgung zu tun. Das bekräftigte auch Hallasch: „Wir entscheiden für die Gemeinde Jämlitz-Klein Düben, nicht für zwei Straßenzüge.“ Nach der knappen aber ordnungsgemäßen Abstimmung bleibt die Abwasserentsorgung die Aufgabe der Gemeinde Jämlitz-Klein Düben.