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| 15:53 Uhr

Regional einkaufen
Händler-Portal startet später

Am Internetportal beteiligen sich mehrere Händler aus der Langen Straße. Es wird sich allerdings noch um einige Monate verzögern.
Am Internetportal beteiligen sich mehrere Händler aus der Langen Straße. Es wird sich allerdings noch um einige Monate verzögern. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Der gemeinsame Internetauftritt von Spremberger Unternehmern verzögert sich.

Das gemeinsame Internetportal von Spremberger Händlern wird später starten als zunächst geplant. Ursprünglich sollte es bereits in diesem Herbst seinen Betrieb aufnehmen. Doch der Unternehmer Jens-Uwe Winkler, der zu den Gründern zählt, sagt: „Es gibt noch viel zu tun.“

Die kleinen, aber feinen Details führen dazu, dass sich das Internetportal verzögert. So nimmt das Bereitstellen des Bildmaterials für die angebotenen Waren viel Zeit in Anspruch, wie Jens-Uwe Winkler mitteilt. Dazu gesellt sich der Aufwand für die erläuternden Texte, die Hinweise zu Inhaltsstoffen des jeweiligen Produktes enthalten. „Wir wollen mit einer hohen Qualität ins Netz gehen“, erklärt der Unternehmer. „Auf ein Vierteljahr kommt es jetzt nicht mehr an, selbst wenn wir gern noch das Weihnachtsgeschäft für das Internetportal genutzt hätten.“ So wollen sich die Gründer momentan auch nicht auf einen neuen Termin für den Start festlegen.

Hilfe erhielten die Spremberger Händler von Fachleuten aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Siegen. Dort existiert ein solches Angebot schon seit dem Jahr 2016. Zunächst trug es den Namen „Lokaso“, bis es sich vor zwölf Monaten in „Lozuka“ umbenannte. Die Abkürzung steht für den Slogan „Lokal zu Hause kaufen“. Wie Lozuka-Geschäftsführer Thimo Eckel aus diesem Anlass berichtete, änderte sich nicht nur der Name. „Mit den Orten Emsaue, Spremberg, Isartal und Emmendingen stehen bereits vier weitere Lozuka-Regionen in den Startlöchern, die noch im Jahr 2018 mit Webkaufhäusern online gehen werden“, kündigte er im vergangenen Herbst an.

Auch wenn sich der Start in Spremberg nun anders als bisher angenommen über das Jahr 2018 hinaus verzögern wird, sind die Händler bei ihrem gemeinsamen Projekt weiter vorangekommen. Das versichert Jens-Uwe Winkler. So sei der Betrieb für die ersten zwei Jahre „so gut wie gesichert“, sagt er. Ein langer Atem sei schließlich nötig, um die potenziellen Kunden mit dem neuen Angebot vertraut zu machen. 17 Firmen aus Spremberg und Umgebung beteiligen sich derzeit. Sie decken nach Auskunft des City-Werberings eine Vielzahl von Branchen ab.

Jens-Uwe Winkler sagt: „Ich betrachte das Koppeln des Onlinehandels mit dem traditionellen Geschäft als wichtig für unsere Zukunft.“ Das gelte auch dann, wenn sich nicht sofort der gewünschte Erfolg einstellt. Nach Angaben der Bertelsmann-Stiftung zählt Spremberg zu den „stark schrumpfenden Kommunen mit hohem Anpassungsdruck“. Diese Städte treffe das Abwandern junger Menschen besonders stark. Zugleich steige das Durchschnittsalter der verbliebenen Einwohner. Fast 90 Prozent solcher Kommunen befinden sich laut Bertelsmann-Stiftung in den östlichen Bundesländern. Gerade in diesen Orten stehe die Wirtschaft vor der zentralen Herausforderung, auch künftig im Wettbewerb zu bestehen. Ein leistungsfähiges Internet sei deshalb nicht nur für die Versorgung der Bürger wichtig, sondern auch für die Konkurrenzfähigkeit von Unternehmen.

Insofern stützt die Stiftung die Argumente von Jens-Uwe Winkler. Er weist darauf hin, dass viele Senioren in Dörfern leben, in denen inzwischen Geschäfte für den täglichen Bedarf fehlen. Auch diese Zielgruppe ließe sich mit Hilfe des Internetportals der Händler erreichen, da sie rund um die Uhr Waren bestellen könne, die bei Bedarf nach Hause geliefert werden. „Wir sehen doch an den vielen Volkshochschul-Kursen, wie sehr sich ältere Menschen für das Potenzial interessieren, das im Internet steckt“, sagt er. „Das ist ein Prozess, der sich nicht aufhalten lässt.“