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| 18:28 Uhr

Spree-Neiße
Kreisverwaltung setzt bei Kfz-Zulassung weiter auf Cottbus

Welzow/Spree-Neiße. Stadtverordnete Hannelore Wodtke ärgert, dass Welzows Vorschlag nicht ernst genommen wird.

Die Welzower Stadtverordnete Hannelore Wodtke (Grüne Zukunft Welzow) ist enttäuscht, weil der Landkreis Spree-Neiße den Traum von einer neuen Zweigstelle der Kfz-Zulassungsstelle Spree-Neiße in der Stadt am Tagebau sang- und klanglos platzen lässt. Seit der Schließung der Zweigstelle in Spremberg-Sellessen Anfang Dezember 2017 können Bürger, Autohäuser und Firmen die Kfz-Zulassungsangelegen nur noch in Forst erledigen. Das bedeutet weite Anfahrtswege für alle aus den westlichen Bereichen Welzow, Drebkau, Kolkwitz und Burg. Von einer neuen Zweigstelle hält Landrat Harald Altekrüger (CDU) nichts. Der Kreistag soll Mittwoch den Landrat beauftragen, mit der Stadt Cottbus entsprechende Verhandlungen aufzunehmen, damit auch in Cottbus Zulassungen für Spree-Neiße-Bürger möglich sind.

„Welzow wurde eiskalt abgebügelt. Keiner hat mit uns geredet. Von der Entscheidung haben wir aus der Zeitung erfahren“, so Hannelore Wodtke. Ihr sei unklar, wie die Entscheidung gegen Welzow und das Objekt, einen ehemaligen Lebensmittelmarkt, fiel. „Wir hatten ein konkretes Objekt, einen potentiellen Investor. An eine Imbiss-Möglichkeit und einen Zeitungskiosk hatten wir schon gedacht.“

Den Vorschlag, eine Zweigstelle neu in Welzow anzubieten, hatte die Fraktion CDU/Grüne Zukunft Welzow eingebracht. Stadtverordnete quer durch die Fraktionen stimmten zu, denn einen Versuch sei es wert. Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD) leitete den Antrag weiter an die Kreisverwaltung. Die Familien Dettmer und Wallner, Inhaber des Lebensmittelmarktes, der seit einigen Jahren leert steht, hofften. Tatsächlich, so berichtete Ulrich Wallner, hätten sich unmittelbar nach den RUNDSCHAU-Berichten zum Welzower Vorschlag bei ihnen Interessenten fürs Objekt in der Jahnstraße gemeldet.

Der Landkreis Spree-Neiße aber will nicht wieder Mieter oder Pächter einer Zweigstelle sein. „Wir beabsichtigen keine Neuerrichtung, keinen Kauf und auch keine Anmietung eines Objektes für eine Zulassungsstelle“, bestätigt Marlies Kulka , die Fachbereichsleiterin für Verkehr in der Kreisverwaltung.

Nachdem über die Internet-Seite des Spree-Neiße-Kreises (www.lkspn.de) bereits Wunschkennzeichen, Fahrzeugabmeldung und Termine für die Zulassungsstelle beantragt werden können, soll ab 2019 auch die Kfz-Zulassung online möglich sein. Deshalb arbeitet der Spree-Neiße-Kreis in einer landesweiten Arbeitsgruppe mit. Allerdings gebe es da noch ein paar Haken, wie zum Beispiel den Postweg: „Aus heutiger Sicht dauert es drei Tage, um den kleinen runden Spree-Neiße-Aufkleber für die Kennzeichen an den Bürger zu schicken. Damit geht er dann zu einem Schilder-Hersteller“, erklärt Marlies Kulka.

Wann genau im kommenden Jahr die Zulassung übers Internet möglich wird, das kann sie noch nicht sagen.

Aus Sicht von Hannelore Wodtke wäre die internetbasierte Kfz-Zulassung zwar eine Verbesserung, aber kein „Allheilmittel“. „Gerade für ältere Bürger, die nicht so internetaffin sind, stellt eine Online-Anmeldung keine echte Lösung dar. Welzow dagegen hätte das Einrichten der Stelle gut getan. Unserer Stadt hätte das mehr Gäste, mehr Bewegung und neue Jobs gebracht“, zählt Hannelore Wodtke Vorteile aus ihrer Sicht auf. Sie kritisiert: „Zwar wird überall vom Strukturwandel geredet, aber wenn es konkret werden soll, wird alles in Hinterzimmern von Behörden entschieden.“