Weil der Ortsrundgang in dieser Woche in den Felixseer Ortsteil führt, nutzte die RUNDSCHAU die Gelegenheit, dem 61-Jährigen auf den sprichwörtlichen Zahn zu fühlen. Dabei entdeckte sie viel Liebe zum Heimatdorf und zur Feuerwehr. Balzer wurde in Klein Loitz geboren, lebte hier mit Unterbrechungen - bis er sich mit dem Hausbau in der Dorfstraße wieder ganz für seinen Geburtsort entschied. Von seinem Fenster aus sieht er das alte Feuerwehrgerätehaus, in dem einst die Schläuche trockneten und heute die erfolgreichen Klein Loitzer Feuerwehrsportler ihre Wettkampfutensilien aufbewahren und auch die Stangen - sogenannte Folgen - fürs Maibaumstellen auf ihren nächsten Einsatz warten. "Die Feuerwehr ist der wichtigste Verein im Dorf", diesen Spruche habe schon Herbert Balzer, sein Vater, geprägt. Entsprechend lange ist auch sein Sohn bei den Kameraden dabei. Gelernt hat Rainer Balzer Traktoren- und Landmaschinenschlosser. Relativ schnell machte er seinen Schlossermeister und blieb bis zum Jahr 1990 der Landwirtschaft treu. Danach kümmerte er sich mehrere Jahre um das Klein Loitzer Holzhackschnitzel-Heizwerk - doch dann sei er mit dem neuen Betreiber nicht mehr zurechtgekommen. Deshalb kenne er sich auch sehr gut mit den Problemen des Heizwerkes aus und habe auch seine Meinung zur Zukunft. Doch zerreden wolle er das Problem jetzt nicht. "Der Zustand ist jedenfalls nicht befriedigend. Aber jetzt arbeiten der Heizwerk-Ausschuss der Felixseer Gemeindvertretung und die Amtsverwaltung Döbern-Land an einer Lösung (die RUNDSCHAU berichtete). Das müssen wir abwarten", sagt der Ortsvorsteher. Das zweite Loitzer Sorgenkind ist das Schloss. Schon allein seiner Erinnerungen wegen will Balzer, dass bald wieder Leben in das Gebäude einzieht. "Drei der Wohnungen im Schloss könnten mit relativ wenig Aufwand schnell wieder für eine Vermietung hergerichtet werden. Und es ist ein guter Anfang, dass der Klein Loitzer Dorfverein vor wenigen Wochen wieder seine zwei Räume dort einweihen konnte. Auch die Senioren-Sportgruppe trifft sich hier regelmäßig. Mit dem Park und den Teichen war das Schloss immer ideal, wenn die Höhepunkte des Dorfes gefeiert wurden", sagt Rainer Balzer. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei eine Landwirtschaftsschule hier untergebracht gewesen. Dann wurde es Kinoraum. Auch die Konsumverkaufsstelle lief für einige Zeit im Schloss. Noch zu DDR-Zeiten wurde schließlich die Gaststätte darin eröffnet. Neben der Feuerwehr, die in Klein Loitz noch über 70 Mitglieder habe, sei auch der Jugendclub sehr aktiv. Sie kümmern sich um das Osterfeuer, richten Volleyballturniere aus, haben auch schon Oktoberfeste durchgeführt. In der 24-Stunden-Aktion hatten die Jugendlichen im Jahr 2008 den Schlauchtrockenturm neu angestrichen. In diesem Jahr wollten sie das auch mit der großen Uhr vorm Schloss schaffen - aber das müsse ins nächste Jahr verschoben werden. Die Uhr, die von Sprembergs Uhrmacher Carsten Handrick gewartet wird, und jeden Morgen aufgezogen werden muss, ist das Klein Loitzer Wahrzeichen. Straßenprobleme hat Klein Loitz kaum. "Überlegen müssen wir, ob im Bereich Dorfplatz/Bloischdorfer Weg eine Asphaltierung nötig wird. Da sich zwischen den großen Pflastersteinen breite Spalten auftun, ist das Fahrradfahren hier mitunter beschwerlich", so Balzer. Andererseits passten Pflastersteine gut zum Dorfkern, weshalb auch eine Sanierung des Pflasterbereiches nicht schlecht wäre. "Und einige Fußwege im Ort müssten gemacht werden", so Rainer Balzer. Der Felixseer Ortsteil Klein Loitz hat laut Ordnungsamtsleiterin Hannelore Guckenberger 395 Einwohner. 28 davon seien unter 14 Jahre alt und besuchen die Grundschule in Wadelsdorf, die Oberschule in Döbern oder Schulen in Spremberg und Sachsen. 89 Hunde sind für Klein Loitz gemeldet.Zum Ortsrundgang mit der RUNDSCHAU wird sich am morgigen Donnerstag, 17. Dezember, um 13 Uhr vorm Feuerwehrdomizil getroffen. Alle Bürger sind dazu eingeladen. Annett Igel