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| 16:22 Uhr

Welzow
Schallschutz war erst der Anfang

Die Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ in Welzow soll saniert werden und dabei einen Fahrstuhl bekommen.
Die Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ in Welzow soll saniert werden und dabei einen Fahrstuhl bekommen. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Welzow. Inklusion wird seit Jahren gelebt. Eine Schulsanierung soll die Bedingungen weiter verbessern. Von Annett Igel-Allzeit

Die Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ in Welzow soll saniert werden. 174 Kinder aus Welzow, Proschim, Neupetershain und umliegenden Dörfern besuchen sie derzeit. Im Herbst 2017 hat sich das Team um Schulleiter Norbert Breuer als „Schule für gemeinsames Lernen“ beim brandenburgischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport beworben. „Wir hoffen, dass wir zum Schuljahresbeginn 2018/2019 mit dem Konzept starten können“, sagt er. Die Komplexsanierung ist dabei ein wichtiger Baustein. Wie der stellvertretende Bürgermeister Detlef Pusch in der Ortsbeiratssitzung in Proschim erläuterte, sei auch ein Fahrstuhl geplant.

Das Welzower Schulhaus wird im nächsten Jahr 120 Jahre alt. Das Gebäude besteht aus drei Teilen. Der Südflügel ist der älteste Teil, er wurde 1899 eingeweiht. Weil die Schülerzahlen flink stiegen, war 1909 der Nordflügel nötig. Im Jahr  1913 wurden laut Schulchronik 648 Schüler in elf Klassen unterrichtet. Kein Wunder, dass 1914 der Mittelbau samt Aula dazu kam. In der DDR-Zeit wurde die Goethe-Schule eine polytechnische Oberschule, seit 1991 läuft sie als Grundschule. In dieser Zeit wurde die alte Turnhalle, die baufällige war, abgerissen. Bis 1998 mussten die Kinder und Lehrer danach auf optimale Bedingungen für den Sport warten.

Immer mal wieder wurde saniert und renoviert. So wurde die Decke des Mittelbaus im Jahr 2012 rekonstruiert. Bei diesem Vorhaben entstand auch ein Unterrichtsraum mit Schallschutz. „Inklusion“, so Schulleiter Breuer, „leben wir nämlich schon seit Jahren.“ Der Schallschutz kann Nebengeräusche schlucken. Kinder, die nicht so gut hören wie ihre Altersgefährten und deshalb dem Unterricht mit einem Hörgerät folgen, helfe das sehr. Zudem haben ihre Stühle Rollen – wie Bürostühle. „Denn Stereohören, was uns gelingt, können diese Kinder nicht“, erklärt Breuer. Aber mit dem rollenden Stuhl können sie sich im Raum so ausrichten, dass sie die Antwort der Mitschüler hinten doch verstehen. Schüler, die mehr Förderung im Lernen und auch im emotional-sozialen Bereich brauchen, lernen in der Grundschule. Und natürlich auch Kinder mit körperlich-motorischen Problemen. „Dass sie sich noch selbständiger im Schulhaus zwischen die drei Teil bewegen können, soll mit der Sanierung auch geschafft werden“, erklärt Breuer.

Gerade versucht die Stadtverwaltung, mit der Schule und mit den Stadtverordneten Erfordernisse und Ideen für die Komplexsanierung zu sammeln. „Die letzte Studie zum Schulstandort stammt aus dem Jahr 2011. Das ist zu viele Tage her“, sagt Detlef Pusch. Wie viele Unterrichtsräume werden gebracht, welche Fachräume sind nötig, wo werden Teilungs- und Aufenthaltsräume erforderlich. „Auch wenn die Sanitäranlagen hygienisch in einem einwandfreien Zustand sind, sind sie im Vergleich zum heutigen Standard doch veraltet“, so Pusch. Auch wird überlegt, den Fahrstuhl von außen ans Schulgebäude zu bauen. Das sei nicht nur kostengünstiger, so Pusch, sondern dann nehme der Fahrstuhl im Gebäude keinen Platz weg. Das Dach werde saniert, aber das Dachgeschoss dabei gleich auszubauen, soll wahrscheinlich nicht erforderlich sein.

Nicht ganz einfach wird die Bauzeit, denkt auch Schulleiter Breuer. „Aber das Ergebnis zählt, das verbessert die Lernbedingungen für unsere Kinder“, erklärt er. Tatsächlich wird überlegt, einen Schulcon­tainer anzumieten, in dem die Kinder des gerade zu sanierenden Bereiches unterrichtet werden könnten. Zugleich aber könnte sich die Stadt diese Mietkosten sparen, denn Welzow hat der einstigen Puschkinschule Raumkapazitäten. „Auch im Hortgebäude“, so Pusch, „ist es wohl möglich, eins, zwei Klassen unterzubringen.“ Das werde jetzt geprüft und berechnet. Der Hauptausschuss hat empfohlen, dass eine Machbarkeitsstudie für die Grundschulsanierung erarbeitet wird. Die Kosten sollen ermittelt werden – auch um den Fördermittelantrag stellen zu können. Mit dem Sanierungsbeginn sei 2019 zu rechnen.