| 02:45 Uhr

Inklusion von Verkehrskreisel bis Stadtgeschichte

Exkursion mit Dirk Süßmilch (SPD, 2. v. l.): In der Mühlenstraße gibt es inzwischen zwei Versuchsfelder für Pflaster, das weniger holpert.
Exkursion mit Dirk Süßmilch (SPD, 2. v. l.): In der Mühlenstraße gibt es inzwischen zwei Versuchsfelder für Pflaster, das weniger holpert. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Spremberg. In dieser Woche konnte die Stadt Spremberg zeigen, was sie in Sachen Inklusion zu bieten hat. Nicht das gemeinsame Lernen an Schulen stand im Mittelpunkt des dritten Inklusionsforums Cottbus/Spree-Neiße. Annett Igel-Allzeit

Sondern es ging um die Arbeitswelt, den Alltag behinderter Menschen in Spremberg. Das schrie nach Exkursionen, die die gemeinnützige GmbH Minor mit ihren Partnern in Cottbus und Spree-Neiße organisiert hatte. Nur Frank Kulik, Sprembergs stellvertretender Bürgermeister, durfte ein Impulsreferat über Jobs ohne Barrieren halten. Im Gegensatz zum allgemeinen Trend des Arbeitsmarktes steige die Zahl behinderter Arbeitsloser leicht. Auch für sie sei es wichtig, Arbeit zu haben, um Anerkennung zu finden, den Lebensunterhalt bestreiten und selbstbestimmt leben zu können. "Arbeit ist Würde", so Kulik, der sich auf die Forschungsarbeit einer Studentin stützen konnte. Demnach sind von den 13 500 Menschen mit Behinderungen im Spree-Neiße-Kreis 5633 im erwerbsfähigen Alter. Angesichts des Fachkräftemangels sollten 287 behinderte Arbeitslose mehr Chancen auf die Eingliederung in den Arbeitsmarkt bekommen. Doch in der Region gebe es viele kleine Betriebe: 88,5 Prozent haben nicht mehr als neun Beschäftigte und sind nicht verpflichtet, behinderte Menschen einzustellen.

Die Gebärdensprachdolmetscherinnen Jenni Lindner und Sindy Hoinkis aus Dresden übersetzten. Das BOS-Team um Schulleiterin Kerstin Berger stellte Aula und Schulhof zur Verfügung. Von dort starteten die Exkursionen zum Fröbelkindergarten, zur Dunkelkammer des Behindertenwerkes, zu den Kreisverkehren, zum Bergschlösschen, zur Stadtführung.

Nach so viel Praxis soll es am 13. Juni 2018 in Cottbus beim vierten Inklusionsforum analytisch zugehen, wie Andreas Lucius von Minor ankündigt. Die Wanderausstellung "Ehrenamt inklusive", die ehrenamtlich tätige Menschen mit und ohne Behinderung aus Halle und dem Saalekreis vorstellt, zog nach der Eröffnung in der BOS ins Bergschlösschen um und ist dort noch bis zum 7. Juli zu sehen.