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| 02:40 Uhr

Industriepark wird zum Erlebnis

Die Belebungsbecken der Abwasserbehandlungsanlage II gehören zur neuen Besichtigungstour durch den Industriepark Schwarze Pumpe.
Die Belebungsbecken der Abwasserbehandlungsanlage II gehören zur neuen Besichtigungstour durch den Industriepark Schwarze Pumpe. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Wild brodelt das Abwasser in den Belebungsbecken der ABA II im Industriepark Schwarze Pumpe. In die 220 Meter lange Eisenbahnwerkstatt der Leag passt jetzt der Kohlezug mit allen 19 Waggons. Annett Igel-Allzeit

An mehreren Firmenstandorten drehen sich Krane für Neues. Einiges wird verschwinden: die zwei alten Kühltürme, ein Teil der Rohrbrücken. Der Industriepark überrascht mit seiner Größe, seinem Wandel, seinem Mix. Die Wirtschaftsförderin ASG Spremberg und die Spremberger Land GmbH wollen künftig regelmäßig zu einer Industrieparktour einladen. Bürger der Region sollen sie genießen, Touristen, Investoren. Holger Fahrland, Teamleiter fürs Industrieparkmanagement der ASG, und sein Kollege Daniel Koch, Projektleiter Vertragswesen, haben deshalb Karin Hesse, Geschäftsführerin der Spremberger Land GmbH, aus der Touristinformation abgeholt. Die ASG will den Industriepark mehr öffnen. Karin Hesse sieht gute Chancen dafür: "Gäste nehmen den Industrietourismus gut an, das zeigen uns die Tagebautouren und Kraftwerksführungen. Die Industrieparktour wäre eine tolle Ergänzung." Fahrland und Koch setzen zudem auf die Einheimischen. Sie haben einen Teil der über 62 Jahre Industriepark-Geschichte mitgeschrieben, wollen sehen, was noch da ist. "Selbst wenn sie hier nie gearbeitet haben, wollen sie wissen, was hier produziert wird, wie alles funktioniert, wollen anfassen", so Fahrland. Flexibel für verschiedene Interessen werde die Tour auch sein. Fahrland will den Traditionsverein "Glück auf" mit ins Boot holen, mit Unternehmen Stopps für kurze Betriebsführungen vereinbaren. Im Konferenzraum des neuen Erweiterungsbaus der ASG im Industriepark könnte die Gruppe den ersten Überblick bekommen. Die Straßen zwischen Ost und West werden mit Buchstaben bezeichnet, Straßen nach Norden und Süden mit Zahlen. Auf Straße 10 schweigen alle andächtig: eine der letzten Pflasterstrecken. "Sie ist noch gut in Schuss, wird aber auch bald verschwinden", sagt Koch. Die Bauarbeiten für den Umzug der Tagesanlagen des Tagebaus Welzow Süd in den Industriepark laufen auf Hochtouren. 2018 könnte das Gründerzentrum im Bereich des Industriegebietes Spreewitz entstehen. Wenn die zweite Papiermaschine kommt, hat die ABA II Platz für weitere Abwasserbehandlungsbecken. Zurück geht es durch Sprembergs Innenstadt, um deren Belebung sich ASG, Stadt und Spremberger Land auch bemühen. Und Karin Hesse erzählt, wie sie sich die Belebung des Scheudeck-Platzes durch Gastronomie vorstellt.

Zum Thema:
Anmelden können sich Interessenten für die Industriepark-Tour bei der Spremberger Touristinformation unter der Telefonnummer 03563 4530. Zehn Euro pro Person wird die Teilnahme laut Veranstalter kosten. Zunächst soll sie alle sechs Wochen starten. Aber die ASG will reagieren, wenn der Kleinbus nicht mehr reicht.