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Tradition
Osterfeuer mit großem Feuerwerk

In Wolfshain war es nun das 25. Osterfeuer, das vor dem Vereinshaus Samstagabend loderte. Leider setzte kurz vor dem Entzünden des großen Feuers mit Höhenfeuerwerk der Regen ein.
In Wolfshain war es nun das 25. Osterfeuer, das vor dem Vereinshaus Samstagabend loderte. Leider setzte kurz vor dem Entzünden des großen Feuers mit Höhenfeuerwerk der Regen ein. FOTO: Arlt Martina
Wolfshain. In Wolfshain loderte es bereits zum 25. Mal – da musste es natürlich eine Nummer größer sein.

Seit Jahrzehnten sind die Wolfshainer für ein großes Osterfeuer bekannt. Was dazugehört, um so ein großes Event vorzubereiten, das wissen inzwischen die Mitglieder des Dorf- & Jugendclubs unter Regie von Christian Korla ganz genau. Denn bereits im Winter treten dann die Wolfshainer an Forstbehörden heran: „Dabei gibt es natürlich Kontakte zu unserem Revierförster, der uns das entsprechende Flurstück mit Kiefernbestand zuteilt. Auch der Landesforst Brandenburg unterstützt uns. Zehnmal ziehen wir dann schon im Vorfeld in den Wald, um so viel Holz für ein großes Osterfeuer zu haben“, sagt Clubmitglied Danilo Schmidt. Der Wolfshainer Verein ist dabei in der glücklichen Lage, dass drei Mitglieder ausgebildete Forstwirte sind und somit den Sägeschein in der Tasche haben. Dann treffen sich die Organisatoren an vier Wochenenden, um das Holz auf Länge zu sägen. Unterstützung erhalten sie vom Biomassehof Wonneberger aus Groß Kölzig, der „die Jungs“ mit Technik unterstützt. Im Inneren des Feuers werden Grünschnitt, Reisig und Äste von Einwohnern deponiert, um ein großes und langes Feuer zu garantieren. „Eine Woche vorher wird das Osterfeuer aufgebaut. Mitarbeiter des Ordnungsamtes Döbern-Land nehmen im Vorfeld das Feuer ab“, sagt Vereinsvorsitzender Christian Korla. „Ein Feuerwerk gehört bei uns schon immer dazu, doch diesmal ist es nun zum 25. Mal etwas größer ausgefallen. Es ist für uns auch wieder ein glücklicher Zufall, dass wir einen Pyrotechniker unter uns haben. Wichtig sind auch die guten Kontakte zu vielen Firmen in der Region, um diesen Kraftakt immer durchzustehen“, fügt der Vereinschef hinzu.

Zwischendurch gab es schon Überlegungen, ob man diesen Aufwand noch weiter betreibt. Durch zahlreiche Genehmigungen der Behörden und Auflagen wird die ganze Sache jedes Jahr beschwerlicher. Denn auch die Ascheentsorgung steht danach an. Mehr als sieben Kubikmeter Asche fallen an.

Sandra Krautz aus Wolfshain machte sich am Samstag mit ihrer Tochter Lena schon zeitig auf den Weg zum Festplatz, denn das Kinderfeuer wurde bereits um 18 Uhr entzündet. „Das ist schon immer wieder toll, was unser Dorfclub hier auf die Beine stellt. Man kennt sich, und so verbringen wir immer wieder gern schöne Stunden auf dem Festplatz zu unterschiedlichen Events“, so die Mutter. Für den Aufbau dieser  Feuerstelle zeichnete sich Kay-Uwe Struck von der Jugendfeuerwehr Wolfshain mit seinen Mitstreitern aus. Richard Dollan verteilte im Osterhasenkostüm kleine Ostergeschenke. Zu fortgeschrittener Stunde gehörte auch die Familie Marko aus Jämlitz zum ersten Mal zu den Besuchern: „Früher sind wir oft am Feuer vorbeigefahren, doch wir haben nicht angehalten, gereizt hat es uns schon immer. Nun haben wir zu Ostern Besuch und machten uns auf den Weg nach Wolfshain. Es ist eine schöne Tradition, die Menschen fühlen sich hier wohl in der Gemeinschaft“, so die Jämlitzer.

Björn Korla aus Jämlitz kennt noch die Anfangsjahre dieses Osterfeuers vor 25 Jahren: „Das fing ganz klein an, man hat Baumschnitt von zu Hause mitgebracht. Was man aus Holz auf dem eigenen Grundstück so zum Verbrennen hatte, wurde angekarrt. Das kann man mit dem heutigen Feuer nicht mehr vergleichen. Vor Jahren bin ich auch mit in den Wald gezogen, jetzt kümmere ich mich mehr um die Versorgung.“

Doch für das Wetter kann eben keiner. Denn kurz vor dem Entzünden des Höhenfeuerwerks setzte der Regen ein. Die Besucher ließen sich davon nicht abbringen, hatten Regenschirme im Gepäck und wollten das Feuerwerk miterleben. DJ Paul sorgte für die Hits des Abends. Das Zweitakt-Team reiste mit 15 Leuten und eigenem Pavillon aus Senftenberg an, denn man kennt sich vom Ostblocktreffen Wolfshain schon recht gut. Thomas und Markus Ritter von der Tschernitzer Metallfirma als Jägerfreunde grillten Wildschwein am Spieß. Der Wolfshainer Verein spendierte anlässlich des 25. Osterfeuers 100 Liter Freibier.  Inzwischen unterstützen die Wolfshainer auch andere Osterfeuer, wenn Not am Mann ist. In diesem Jahr ging ihr Armeezelt zum Feuer nach Sergen, und die Klein Kölziger holten sich Reisig in Wolfshain.

Auf jeden Fall laden die Wolfshainer in diesem Jahr zum großen 110-jährigen Feuerwehrjubiläum am 25. August und zum  sechsten Ostblocktreffen am 1. September ein. Der Dorf- & Jugendclub zählt derzeit 20 Mitglieder.

(Martina Arlt)