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| 02:49 Uhr

In ungeraden Jahren schwingen Frauen das Zepter

In den ungeraden Jahren wie 2017 gehen im Spremberger Ortsteil Terpe die Frauen auf Zampertour – und sie wollen das Zampergeld auch ohne die Männer ausgeben.
In den ungeraden Jahren wie 2017 gehen im Spremberger Ortsteil Terpe die Frauen auf Zampertour – und sie wollen das Zampergeld auch ohne die Männer ausgeben. FOTO: mk
Terpe. Geschlechtertrennung beim Zampern ist eine alte Tradition in Terpe. Aber ohne die Weskower Blasmusikanten geht es nicht.

(ani) Wer hat heute zur Weiberfastnacht in Terpe wohl das Sagen? Marion Klammer von der Terpschen Frauengruppe lacht und erklärt, dass aber schon am vergangenen Wochenende die Frauen in Terpe das Zepter in der Hand hatten. Sie durften diesmal von Hof zu Hof ziehen und die Bewohner des Spremberger Ortsteils um ein bisschen Zampergeld bitten. "Bei uns im Dorf ist es so üblich, dass in den ungeraden Jahren die Frauen zampern und in den geraden Jahren die Männer die Sau rauslassen dürfen", erklärt sie. Woher diese Tradition komme, könne sie nicht genau sagen. "Das war schon so, als meine Mutter noch zamperte", sagt Marion Klammer.

Ganz ohne Männer sind sie am Samstag aber doch nicht losgezogen. Die Weskower Blasmusikanten kamen mit und spielten auf den Wegen und zum Tanz. "Gegen 9 Uhr sind wir losgelaufen, nur so schaffen wir es bis 17 oder 18 Uhr durch den gesamten Ort." Es habe nicht nur viel Geld in den Büchsen geklingelt. "Ganz traditionell gab es Eier und Speck für unser Eieressen. Manche Familien bereiten sich auf uns vor, bewirten uns mit Gebäck und Schnittchen." Mit dem Geld plant die Frauengruppe einen Ausflug oder eine Veranstaltung. Das werde noch entschieden. "Auch die Männer tun sich etwas Gutes mit ihrem Zampergeld in den Jahren", weiß Marion Klammer.