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| 13:54 Uhr

In Spremberg wird jetzt nach Kupfer gebohrt

Der Mitarbeiter Enrico Heilig von der Firma Angers Söhne Bohr- und Brunnenbau GmbH begutachtet am Freitag (25.09.2009) im südbrandenburgischen Spremberg (Spree-Neiße) das Bohrgestänge zum Start der Kupfererkundungsbohrung.
Der Mitarbeiter Enrico Heilig von der Firma Angers Söhne Bohr- und Brunnenbau GmbH begutachtet am Freitag (25.09.2009) im südbrandenburgischen Spremberg (Spree-Neiße) das Bohrgestänge zum Start der Kupfererkundungsbohrung. FOTO: dpa
Spremberg. In Spremberg ist am Freitag die erste Bohrung zur Erkundung von Lausitzer Kupfererz gestartet worden. In der schon seit DDR-Zeiten bekannten Lagerstätte Spremberg-Graustein werden 130 Millionen Tonnen Kupferschiefer vermutet. dpa/boc

Bei einem Tag der offenen Tür wurde die Bohranlage im Industriegebiet Ost unweit der Landesgrenze zu Sachsen offiziell in Betrieb genommen. Dies geschah in alter Bergmannstradition mit Hammerschlägen durch Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) sowie Vertreter der KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH, des Landesbergamtes, der Stadt Spremberg und des sächsischen Ortes Schleife. Mehrere hundert Bewohner waren zum Bohrplatz gekommen, um sich mit dem Projekt vertraut zu machen. Das erste Bohrloch soll bis in 1250 Meter Tiefe reichen.In der schon seit den 1950-er Jahren weitgehend erforschten Lagerstätte Spremberg-Graustein werden 130 Millionen Tonnen Kupferschiefer vermutet. Daraus können 1,5 Millionen Tonnen Kupfermetall gewonnen werden, das etwa für Handys, Computer und Autos gebraucht wird. Unter dem angrenzenden Ort Schleife in Sachsen sollen weitere 50 Millionen Tonnen Kupferschiefer liegen.

Zu DDR-Zeiten war auf eine Förderung des Kupferschatzes aus wirtschaftlichen Gründen verzichtet worden. Doch nun will die Betreiberfirma KSL – ein Tochterunternehmen der internationalen Bergbaugesellschaft Minera S.A. – angesichts geradezu explodierter Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt in der Lausitz einen Vorstoß wagen. Allerdings hatte die Finanzkrise diese Pläne um fast ein Jahr verzögert.

„Bis nächstes Jahr wollen wir fünf Erkundungsbohrungen im Feld Spremberg-Graustein-Schleife bis in 1300 Meter Tiefe niederbringen“, sagte KSL-Geschäftsführer Volker Spieth. Für diese Phase veranschlagte er Investitionskosten von etwa 20 Millionen Euro. Mit dem Bohrprogramm sollen die damaligen Ergebnisse bestätigt, eine mögliche Erweiterung der Lagerstätte untersucht und die Gewinnbarkeit der Metalle getestet werden. Ziel sei eine Machbarkeitsstudie. „Im Jahr 2015 könnte das Kupferbergwerk eröffnet werden“, sagte Spieth. Der Kupferbergbau solle etwa 700 direkte Arbeitsplätze schaffen.

Junghanns betonte: „Mit diesem Kupferprojekt wird die Industriekompetenz von Spremberg und der Lausitz gestärkt“. Neben Braunkohle werde nun ein neues Kapitel bei der Nutzung heimischer Rohstoffe in Brandenburg aufgeschlagen. Für die Erzaufbereitsanlage stehe im Industriegebiet Ost von Spremberg (Spree-Neiße) eine zwölf Hektar große Fläche bereit, sagte Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU). Mit dem Vorhaben werde auch jungen Leuten in der Region eine Perspektive geboten.