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In Spremberg wächst die Zahl der Zuwanderer

Spremberg. Die Einwohnerzahl von Spremberg ist im Jahr 2015 erneut gesunken. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits im Jahr 2003 begann. Nur die aktuellen Eingemeindungen werden ihn wohl für kurze Zeit umkehren. René Wappler

Eine Kurve, die sich langsam nach unten bewegt: So sieht die Einwohnerstatistik seit dem Jahr 2003 aus, die der Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit, Frank Kulik, in dieser Woche den Bauausschuss-Mitgliedern vorstellte. "Allerdings sind die Einwohner aus den neuen Ortsteilen noch nicht berücksichtigt", merkt er an. "Wenn wir sie einrechnen würden, ergäbe sich ein positiver Trend."

Erst seit dem 1. Januar 2016 zählen Hornow und Wadelsdorf offiziell zu Spremberg. Somit kommen beide Dörfer nicht in der jüngsten Statistik vor. Im Dezember lebten 22 640 Einwohner in Spremberg, 65 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Immerhin: Der Rückgang verlangsamt sich, wie Frank Kulik feststellt. Das resultiert aus der Tatsache, dass die Stadt im dritten Jahr in Folge mehr Zuzüge als Wegzüge verzeichnet, mit steigender Tendenz: 963 Menschen verließen Spremberg im Jahr 2015, 1153 meldeten sich hingegen neu an.

Dazu erläutert der Fachbereichschef: "Ohne die Asylbewerber wäre dies nicht der Fall." Dabei bilden Ausländer mit zwei Prozent noch einen vergleichsweise niedrigen Einwohner-Anteil. Weitere Faktoren beeinflussen den momentanen Trend. So registrierten die Rathaus-Mitarbeiter für Spremberg die geringste Zahl an Geburten seit zehn Jahren - und zugleich die höchste Zahl an Todesfällen, 140 Kinder kamen im Jahr 2015 zur Welt, 357 Menschen starben. Diese Tendenz betrifft jedoch keinesfalls nur Spremberg. So berichtet das Robert-Koch-Institut in einer Studie mit dem Titel "Gesundheit in Deutschland": "Es werden nur etwa zwei Drittel so viele Kinder geboren, wie notwendig wären, damit die Kindergeneration zahlenmäßig genau so groß ist wie die Elterngeneration." Deshalb sinke bundesweit der Anteil jüngerer Altersgruppen.

Zugleich steigt der Altersdurchschnitt in Spremberg nahezu konstant. Bei Frauen beträgt er derzeit 50,67 Jahre, bei Männern 46,1 Jahre. Kurz nach dem Zusammenbruch der DDR, im Jahr 1991, waren Frauen in der Stadt noch durchschnittlich knapp 40 Jahre und Männer ungefähr 35 Jahre alt. Trattendorf ist derzeit der Ortsteil mit dem höchsten Durchschnittsalter (52,39), während Haidemühl mit 43,69 Jahren am unteren Ende der Skala liegt.

65 Prozent der Spremberger leben laut Rathaus-Statistik im Stadtkern, 35 Prozent in den Ortsteilen, wobei Trattendorf auch hier mit einem Anteil von 2108 Einwohnern die Spitze einnimmt. Direkt danach folgen Schwarze Pumpe mit 1913 Bürgern und Sellessen mit 823 Einwohnern.