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| 11:14 Uhr

Verkehrslage
Die Spremberger Ortsumfahrung ist kein Unfallschwerpunkt

Schwerer Unfall auf der Ortsumgehung von Spremberg: Die Strecke gilt nach Einschätzung der Polizei aber nicht als Unfallschwerpunkt.
Schwerer Unfall auf der Ortsumgehung von Spremberg: Die Strecke gilt nach Einschätzung der Polizei aber nicht als Unfallschwerpunkt. FOTO: Detlef Bogott
Spremberg. Vier Tote, mehrere Verletzte auf der neuen Trasse der B 97: Die Unfallkommission Spree-Neiße will sich mit der Strecke im Dezember beschäftigen. Von Annett Igel-Allzeit

(ani) Noch ist kein Teil der Ortsumfahrung B 97 zwischen dem Abzweig Spremberg und der Grenze zu Sachsen ein Unfallschwerpunkt. Doch die Unfallkommission des Landkreises Spree-Neiße will in ihrer Beratung im Dezember das Unfallgeschehen auf dieser Strecke auswerten. Das bestätigt Marlies Kulka, Fachbereichsleiterin für Ordnung, Sicherheit und Verkehr in der Kreisverwaltung,

Erst am 7. Oktober sind bei einem Verkehrsunfall an der Ampelkreuzung in Höhe Schwarze Pumpe Nord vier Menschen verletzt worden, drei von ihnen schwer. Überholvorgänge hatten auf der Strecke nach dem Abzweig Spremberg in Richtung Schwarze Pumpe schon tödlich geendet. Besonders schlimm bleibt ein Unfall in Erinnerung, bei dem ein 50-Jähriger am 11. Juli 2016 einen Tanklastzug überholen wollte. Er stieß auf der Gegenfahrbahn mit einem anderen Auto zusammen. Mit ihm starben eine 62-jährige Autofahrerin und ihre 80-jährige Beifahrerin. Nur zwei Monate später knallte es erneut bei einem Überholmanöver, zwei Personen wurden verletzt. Das Jahr 2017 endete mit einem Toten und einem Leichtverletzten auf diesem Abschnitt. Die Unfallstatistik für dieses Jahr reicht bis Mitte August. „Deshalb sind die Verletzten vom vergangenen Wochenende dort noch nicht erfasst. Aber die Zahl von 29 Unfällen bereits im ersten Halbjahr lässt vermuten, dass die Zahlen zum Jahresende ähnlich hoch ausfallen wie in den Vorjahren: 62 Unfälle waren es 2016 und 50 Unfälle 2017“, erklärt Maik Kettlitz von der Pressestelle der Polizeidirektion Süd. Allerdings, so Maik Kettlitz weiter, seien 101 der 141 Unfälle in den vergangenen zweieinhalb Jahren Wildunfälle. Alle anderen Unfallursachen verteilten sich gleichmäßig auf Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes, Auffahren, Vorfahrtsfehler und andere Ursachen.

Nach dem 7. Oktober hatten Spremberger Internetnutzer in sozialen Netzwerken diskutiert, ob die Ampel zum Unfallzeitpunkt überhaupt eingeschaltet war und geäußert, dass dort oft „Rot“ überfahren würde. Gemäß einer verkehrsrechtlichen Anordnung vom 20. September 2011 – da wurde die Ortsumfahrung eröffnet – sind „alle drei Lichtsignalanlagen der Ortsumfahrung B 97 Spremberg – Schwarze Pumpe von montags bis sonntags ununterbrochen in der Zeit von null bis 24 Uhr“ in Betrieb zu halten. Allerdings, so Marlies Kulka, seien technische Störungen nie ganz auszuschließen.

Und für die Installation einer Geschwindigkeitsüberwachungsanlage mit Rotlichtüberwachung müsse eine Ampelkreuzung eine Unfallhäufigkeitsstelle sein. „Aber in den vergangenen fünf Jahren gab es zumindest an dieser Kreuzung keine gleichwertigen oder andere schwere Verkehrsunfälle“, sagt Marlies Kulka.