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| 19:00 Uhr

Spremberg
Im Zirkus Busch zeigt Joana atemberaubende Seilakrobatik

Joana Marin Diaz von der Gathen (20 Jahre alt, Seiltänzerin/Seilakrobatin) – derzeit gastiert sie im Circus Paul Busch, genauer gesagt, in dieser Woche in der Spremberger Manege, auf dem Festplatz Georgenberg;
Joana Marin Diaz von der Gathen (20 Jahre alt, Seiltänzerin/Seilakrobatin) – derzeit gastiert sie im Circus Paul Busch, genauer gesagt, in dieser Woche in der Spremberger Manege, auf dem Festplatz Georgenberg; FOTO: Martina Arlt
Spremberg. Der Circus Paul Busch reist mit 50 Mitarbeitern und Artisten derzeit auch durch die Lausitz. Von Martina Arlt

Wenn Seiltänzerin Joana bei den Zirkusvorstellungen in der Manege auf ihrem Seil balanciert, halten die Besucher den Atem an. Die 20-Jährige  tritt unter dem Künstlernamen „Camadi“ auf und ist so immer wieder mit ihrem Vater Carlos (58) oder ihrem Bruder Kevin (16) ganz oben unter dem Zirkuszelt „akrobatisch unterwegs“. Joana ist auf dem Hochseil und auf dem Drahtseil versiert. „Wir sind schon immer mit der Zirkuswelt verbunden. Mein Papa ist schon eine Ewigkeit zu den Vorstellungen auf dem Hochseil unterwegs. Er stammt aus Kolumbien. Meine Mama ist Deutsche und auch ich bin in Deutschland geboren. Ich persönlich begann mit viereinhalb Jahren immer wieder, mich auf dem Seil auszuprobieren“, erzählt Joana, die mit ihrer Familie bei Göttingen Zuhause ist.

In der Manege wird das Seil zwischen sieben und neun Metern hoch gespannt. Angst habe sie nicht, dann würde sie es nicht tun. „Wenn man vor den Leuten steht, vergisst man das alles. Es ist schon etwas Stolz dabei.“ Gesichert sind sie bei ihren Vorstellungen nicht. „Nur eine Luftmatte liegt unter uns.“

In dieser Saison sind sie im Circus von Paul Busch unterwegs. „Wir werden immer wieder von unterschiedlichen Circus-Unternehmen gebucht. Zum Ende des Jahres geht es zum Weihnachtszirkus nach Holland.“ Ihre Mutter Claudia achtete stets darauf, dass die Kinder – Joana und Kevin – eine Schulbildung erhalten. Joana absolvierte eine zehnjährige Schulausbildung in unterschiedlichen Städten. Sie liebt es zu reisen und  neue Leute kennenlernen. Ihr wäre es zu eintönig, wenn sie beispielsweise stets in einem Büro sitzen würde. Im Zirkusalltag sei Vielseitigkeit gefragt. So zeigt sich Joana als Seilakrobatin, Tänzerin und auch manchmal zu den Vorstellungen als Verkäuferin. „Mein Papa ist noch fit und fühlt sich in der Manege wohl.“ Die Outfits für das Seil besorgt sie sich meist im Internet. „Auf mein Gewicht achte ich schon. Denn mein Papa muss mich bei einer Darbietung auf die Schulter nehmen und da muss ich mein Gewicht schon halten“, erzählt Joana, die sich in der Familie sehr unterschiedlich verständigt. Zum Teil wird deutsch, englisch oder spanisch gesprochen.

 Natürlich trainiere sie auch viel mit ihrem Bruder Kevin. „Sind wir Anfang des Jahres in der Winterpause bei uns daheim, dann wird im Garten schon das Seil oft aufgebaut.“ In der Freizeit geht sie ins Fitness-Studio oder trifft sich mit Freunden. Und wie lange will sie den Drahtseilakt wagen? „Über die Zukunft denke ich nicht viel nach. Mal sehen, was das Leben bereit hält.“

Wenn Joana später Kinder haben sollte, weiß sie schon heute: „Das stelle ich meinen Kindern dann frei, ob sie Zirkusluft schnuppern möchten oder einen ganz anderen Beruf erlernen wollen.“

 In dieser Saison reist sie mit mehr als 50 Leuten als einer großen Zirkusfamilie zwischen Februar und November von Ort zu Ort.

Der Zirkus Busch hat außerdem 25 bis 30 Tiere dabei; Hunde, Pferde, Kühe, Kamele, Ziegen, Esel, Ponys und Lamas.