Menschen halten sich mehr draußen aufhalten und nehmen die Natur bewusster wahr. Das merkt auch Wieland Böttger, der langjährige Vorsitzende des Spremberger Regionalverbandes des Naturschutzbundes. Die Leitung des Vereins hatte er im Jahr 2019 Sabine Brückner überlassen, er ist aber weiter im Verband aktiv – vor allem als Artenschützer. „Sehr oft“, so erzählt Wieland Böttger, „klingelt in den Frühjahrs- und Sommermonaten das Telefon. Menschen wollen Rat und Tat zu Fragen des Naturschutzes. Die Palette ist groß, und ich freue mich über jeden Anruf.“ So hatte sich am 9. Juni ein Trattendorfer bei ihm gemeldet: Ein großer Vogel habe sich mit dem Fuß am Stromkabel des Solarparkzauns verfangen und bekomme ständig Stromstöße, erzählte der Trattendorfer Anrufe. Das Stromkabel hatte er unterbrechen können, aber dann war er ratlos: „Helft dem Tier!“, bat er am Telefon.

Trattendorfer Kranichfamilie nach einem Tag wiedervereint

Wieland Böttger machte sich sofort auf den Weg. Vor Ort sah er, dass ein Kranichjunges in Not geraten war. „Es war zum Glück nicht verletzt“, erkannte Böttger, „eine Decke über das Tier – das beruhigte den jungen Vogel erst einmal.“ Mit dem aufmerksamen Trattendorfer konnte Böttger dem Tier einen Fluchtweg im Zaungeflecht eröffnen. „Und den nutzte der junge Kranich auch, nachdem er sich in der Decke beruhigt und einige Schnabelhiebe ausgeteilt hatte.“ Wieland Böttger ist dem Bürger sehr dankbar. Schon einen Tag später soll Familie Kranich – zwei Eltern und zwei Junge – wieder vereint gesichtet worden sein. „Der Trattendorfer Bürger ist ein Beispiel, wie aufmerksame Menschen aktive Naturschützer werden. Zum Glück wird die Zahl solcher Bürgerinnen und Bürger immer größer“, hat Wieland Böttger festgestellt.
Nicht immer geht so ein Erlebnis gut aus. Auch mit toten Rehkitzen in der Mahd wurde der Spremberger Nabu-Regionalverband in diesen Tagen konfrontiert. Ansprechpartner für den Naturschutz finden die Bürger auf der Internetseite des Spremberger Regionalverbandes.