| 19:57 Uhr

Spremberg
Idee einer Werkstatt für jedermann

Frank Thorhauer präsentiert den interessierten Mitwirkenden einen 3D-Drucker, der bei der Arbeit des Lübbenauer Jugendfördervereins derzeit besonders begehrt ist.
Frank Thorhauer präsentiert den interessierten Mitwirkenden einen 3D-Drucker, der bei der Arbeit des Lübbenauer Jugendfördervereins derzeit besonders begehrt ist. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Frank Jannack will mit anderen Sprembergern eine offene Werkstatt initiieren, in der unter Anleitung Dinge hergestellt oder repariert werden können.

Die Idee umtreibt den Spremberger Unternehmer Frank Jannack schon länger: Eine offene Werkstatt, in der Menschen vor allem Jugendliche unter Anleitung besonders in den Bereichen Technik, Informatik und Naturwissenschaften an Themen herangeführt werden und Dinge selbst herstellen oder reparieren können. Sein großes Ziel: Gut ausgebildete Fachkräfte für die Region zu finden und zu halten.

Um Mitstreiter zu finden, hatte der Unternehmer am vergangenen Dienstagabend mit Unterstützung der regionalen Wirtschaftsförderung ASG zu einer ersten Informationsveranstaltung eingeladen. Gekommen sind 13 Interessierte. Angefangen bei Spremberger Unternehmern, kreativen Selbstständigen, Ausbildern, Vereinsmitgliedern bis hin zu Künstlern.

Um in das Thema einzusteigen, stellte Frank Thorhauer  vom Jugendförderverein in Lübbenau die Aktivitäten des Vereins und vor allem die Technikschule „Clever inside“ vor, die vom Verein getragen wird. Laut Frank Thorhauer, der sich selbst als kreativer Macher bezeichnet, ist „Clever Inside“ ein Junghackerspace, ein Fablab, ein Makerspace, eine offene Werkstatt, eine Bastelstube, ein Wissenslabor und  ein offener Treffpunkt, wo neugierige, kreative und wissensdurstige Jugendliche in den Bereichen Technik,  Computer, Elektronik, Modellbau mehr erfahren können und diese Erfahrungen selbstständig einsetzen. So brachte er einen 3D-Drucker mit nach Spremberg, der zeigen konnte, mit was die Jugendlichen in seiner Einrichtung zum Beispiel arbeiten.  Thorhauer gab aber nicht nur Einblicke in die Lübbenauer Aktivitäten, sondern gab auch Tipps, wie Freiräume für  Eigenarbeit und Möglichkeiten zum Ausprobieren zu schaffen, auch mal Fehler zu zulassen, aber vor allem auch Offenheit zeigen gegenüber allen Generationen. So bemerkt Thorhauer positiv, dass sich bereits 13 potenzielle Mitwirkende in Spremberg gefunden haben, jedoch fehle noch die eigentliche Zielgruppe. Fragen wie „Was wollen die Jugendlichen in der Stadt, welche Interessenlagen haben sie?“, müssen laut Thorhauer vor allem angehört und beachtet werden.

Nach den Ausführungen Thorhauers kamen die interessierten Mitwirkenden ins Gespräch. Während einige ein schlüssiges Konzept und die Gründung eines Fördervereins anstreben, wollen andere am liebsten gleich loslegen. Erste Gedanken wurden ausgetauscht. Dabei sprach auch Jürgen Hübner vom MC Spremberg von seinen Erfahrungen einer  Kfz-Werkstatt-Arbeitsgemeinschaft beim MC Spremberg, die momentan nur wenige Jugendliche anzieht. Das Konzept der offenen Werkstätten ist demnach nicht ganz neu. Auch andere Anbieter wie das Mehrgenerationszentrum Berg-schlösschen bieten derzeit offene Werkstätten unter anderem in den Bereichen Holz, Ton, Speckstein und Kunst an. Ebenso engagiert sich der Spremberger Kreativtreff oder auch der Spremberger Kulturbund für regelmäßige Workshops und Werkstätten.

Wohin der Weg einer möglichen offenen Werkstatt in Spremberg führt, blieb beim ersten Treffen unbeantwortet. Es ist nämlich noch völlig offen, um welche Ausrichtung es sich handeln wird und in welcher Form eine solche offene Werkstatt bestehen könnte. „Nun sollen erste Gedanken niedergeschrieben und sich weiter miteinander ausgetauscht werden“, meint Jannack. Ein nächster Termin zum Austausch wurde auf den 4. Dezember, um 19 Uhr erneut in den Räumen der ASG  festgemacht. „Wer auch Interesse haben sollte, die Sache zu unterstützen, ist als Mitstreiter herzlich willkommen“, so Jannack.

(ang)