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| 02:34 Uhr

"Ich war da irgendwie nirgends zu finden"

Kathrin Jantke ist ihrer Leidenschaft, der Musik, durch die Jahre hinweg gefolgt.
Kathrin Jantke ist ihrer Leidenschaft, der Musik, durch die Jahre hinweg gefolgt. FOTO: Peter Becker
Cottbus. Dass die Bühne mal ihr Leben wird, war für Kathrin Jantke anfangs nicht so ganz sicher: Musisch begabt war sie schon, als die ersten Noten noch farbig wie die Tasten ihrer Triola waren. Trotzdem sollte die Musik nach dem Willen der Eltern nur eine schöne Nebenbeschäftigung sein. Peter Becker

Obwohl Kathrin Jantke aus einer musikalischen Familie stammt - sie ist verwandt mit Jupp Schmitz ("Der schönste Platz ist an der Theke") - wollten die Eltern, dass ihre Tochter etwas "Ordentliches" wird und die Musik im Hintergrund bleibt.

Die in Vetschau geborene und aufgewachsene Kathrin nahm dennoch mit, was sich ihr an musischer Ausbildung bot. Mit dem Bus fuhr sie schon als Achtjährige mehrmals in der Woche zum Klavier- und Gitarrenunterricht nach Cottbus. Später, am Gymnasium, fiel sie durch ihre eindrucksvolle Gesangstimme auf. Ihre Lehrer drängten sie bei Schulfesten auf die Bühne. Erste spontane Auftritte mit ihrer Freundin Jana folgten. Sie nannten sich "Three Weeks", weil sie genau drei Wochen Zeit zum Proben hatten.

Von da an ging es für Kathrin Jantke Schlag auf Schlag: TV-Auftritte beim MDR folgten. Sie gründete eine eigene Band und absolvierte Auftritte auf Kreuzfahrtschiffen. Mit ihrem damaligen Partner Danny wurde sie bei RTL zur "Stimme 2000" gekürt. So zog es Kathrin Jantke immer wieder auf die Bühne - mal allein, mal mit Begleitung. Eine lange Zeit war sie mit der Lübbenauer Band UC in Deutschland unterwegs.

Doch mit den Jahren wuchsen auch die Zweifel, ob dies ihr Weg im Leben sein sollte. "Ich habe erfahren dürfen, dass die Menschen mir zuhören, wenn ich das Mikrofon in die Hand nehme", sagt sie. Diese Erfahrung will Kathrin Jantke nun mehr nutzen, um Botschaften und Stimmungen zu vermitteln, um, wie sie meint, wirklich Eigenes zu transportieren. "Ich will ich sein und niemanden mehr kopieren, nur weil es anderen so gefällt", lautet ihre Erkenntnis.

Dieser Einsicht hat Kathrin Jantke auch mit einer neuen Namensgebung Rechnung getragen. Um sich ein wenig von ihrem bisherigen Weg abzugrenzen, hat sie "Clara" erschaffen. "Clara steht für die andere Kathrin. Sie steht für meine musikalische Großmutter und sie steht für ein Wortspiel: Denn meine Botschaft ist eben ein Clara Fall", so Kathrin über Clara.

Kathrin Jantke gefielen die Musik und die Texte aus der Anfangszeit des Radios und der frühen Musikfilme. Das 50er Jahre-Idol Caterina Valente will sie modern und frisch auf die Bühne bringen. Das gelang zwar, aber: "Nach meiner Premiere stand ich auf der Bühne und dachte: Und das soll es jetzt sein? Für die nächsten Jahre? Coversongs, petticoat-gerüschte Tanzeinlagen und Steppversuche? Und wo bin ich?" Das waren die Zweifel, die ihr nach den ersten Auftritten kamen. "Ich war da irgendwie nirgends zu finden - nur das Abbild einer 50er Jahre-Puppe", sagt sie. Hinzu kam die Erkenntnis, die große Valente ohnehin nicht toppen zu können. Dieses Schlüsselerlebnis ließ den Wunsch reifen, dass nun endlich etwas Eigenes folgen soll: Die Clara, die immer noch die Kathrin ist. Die, die das, was sie denkt und fühlt, auf die Bühne bringt, die nicht mehr jedem Publikumsgeschmack hinterherrennt. Und dennoch: "Die alten Schlager haben einfach einen gewissen Charme und eine besondere Wärme und ich möchte gern diese Musik wieder in Erinnerung bringen." Jedoch sollte es modern sein, mit eigenen Texten und doch am Nerv der Zeit.

Kathrin Jantke wohnt jetzt in Cottbus. Sie ist angekommen im Leben und in ihrer Musik.