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| 09:36 Uhr

"Ich habe immer noch einen Trick im Zauberkoffer"

Spremberg.. Was fängt eigentlich ein Lehrer in seiner Freizeit an? Er zaubert. Nun ist das vielleicht nicht jedermanns Sache, für den Spremberger Bernd Franke (61) aber ist die Zauberei sein liebstes Hobby, das ihm auch bei manchem Schüler Bewunderung einträgt. André Kurtas

"Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben; und nun sollen seine Geister auch nach meinem Willen leben." Mit diesen Worten begann für Goethes Zauberlehrling Verhängnisvolles: Er rief Mächte an, die er nicht mehr beherrschen konnte und entging nur knapp der Katastrophe. Ganz so dramatisch geht es bei Bernd Franke aber nicht zu. Davon können sich immer wieder zahlreiche kleine und große Besucher seiner Vorführungen bei Familienfeiern, Geburtstagen, öffentlichen Veranstaltungen oder bei anderen Anlässen überzeugen. Zwar bezieht der Spremberger sein Publikum auch ab und an in seine Kunststücke mit ein, aber die Aufsicht des "alten Meisters" ist dabei unerlässlich.

"Angefangen hat es bei mir damals in Dresden, als ich sieben Jahre alt war und mit meinem Kumpel den Zauberer auf einem Rummel besuchte", erinnert sich Franke an den Beginn seiner Zaubererkarriere zurück. In der Stadt gab es auch einen Zauberladen in der der Zauberer "Manfredo" alles Mögliche an Zauberzubehör verkaufte. Bernd Franke war dort häufig Kunde, denn das Spiel mit Fingerfertigkeit, Täuschungen und Tricks ließ ihn einfach nicht mehr los. Er legte einen Teil seines Taschengeldes in magische Geräte an. Er probierte und probierte immer wieder, bastelte sich sein Zubehör und führte seinen Freunden den ersten Zaubertrick vor. "Das war der Trick mit der Zauberkelle, auf der – natürlich wie durch Zauberhand – farbige Punkte erscheinen oder verschwinden", blickt Franke an die Anfangszeit zurück.

Nach dem Studium verschlug es den Lehrer dann 1970 nach Spremberg. Hier gründete er auch an der Station Junger Techniker eine AG Zaubern. Die Zauberei wird zum schönen Ausgleich zu seinem Beruf. Er nimmt sogar an verschiedenen Ausscheiden teil, bekommt seine Einstufung und erwirbt in Forst die Lizenz als Zauberer.

Unzählige Auftritte absolviert Franke immer wieder und begeistert mit seiner Zauberei das Publikum aller Altersgruppen. Nach der politischen Wende trat er dem Magischen Zirkel bei. Inzwischen erhielt er von diesem Gremium deutscher Zauberer bereits das Goldene Zirkelabzeichen.

Seit zwei Jahren gehört der Spremberger auch dem Zauberklub Cottbus an, in dem sich acht Zauberer der Region zusammengeschlossen haben.

Zu Hause in seinem schmucken Eigenheim gibt es sogar ein Zauberzimmer, in dem Bernd Franke nicht nur sein Zauberzubehör untergebracht hat. "Hier übe ich auch immer wieder neue Tricks ein", erklärt er. Zusammen mit seiner Frau Elke, die das Hobby ihres Mannes unterstützt, besucht er auch jährlich die Zauberkongresse, in der sich rund 150 Zauberer aus ganz Deutschland zur Zusammenkunft und zum Erfahrungsaustausch treffen.

Bernd Franke ist sehr ehrgeizig, er will immer besser werden, dies verlangt er aber auch von seinen "Zauberlehrlingen". Noch heute leitet er eine AG Zaubern an der Gesamtschule Wirthstraße, und das nun schon seit 15 Jahren.

Die Regeln der Zauberzunft sind streng. Tricks dürfen Außenstehenden vorgeführt, aber niemals preisgegeben werden. Denn Zauberkunst ist nichts als eine geschickte Täuschung, jeder, der die Kniffe kennt, wird sie mit seinen Blicken verfolgen und das eigentliche Wunder nicht mehr sehen.

Man muss wie Bernd Franke schon sehr eifrig trainieren, bevor man mit seinen Kunststücken an die Öffentlichkeit treten kann. Er ist längst zu einem Könner in Sachen Zauberei geworden, hat mittlerweile über 100 Tricks richtig drauf. Ein besonderes Ereignis war auch sein Auftritt beim Spremberger Kanu-Fasching, als er vor rund 450 Besuchern auf der Bühne eine Jungfrau verschwinden ließ.

Gezaubert hat Bernd Franke jedoch nicht nur in Deutschland, auch in Ägypten oder Thailand begeisterte er die Kellner im Urlaubshotel mit seinen Kunststücken. Bei seinen Auftritten beschränkt sich der Spremberger jedoch auf eine halbe Stunde, dies reiche seiner Meinung nach zu, sonst wird es für den Zuschauer, der alles konzentriert verfolgen will, zu langatmig. Wer danach aber immer noch nicht genug von der Magie hat, kann auch noch eine Zugabe bekommen: "Ich habe immer noch was im Zauberkoffer."

Interessenten, die sich von den Tricks des Bernd Franke verzaubern lassen möchten, können sich im Spremberger Sanddornweg 10 oder unter Tel. (03563) 9 13 39 melden