| 17:30 Uhr

Spremberg
Hunderte Pakete werden gepackt

Einige Helferinnen beteiligten sich gerne an der Kontrolle der eingegangenen Päckchen für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“.
Einige Helferinnen beteiligten sich gerne an der Kontrolle der eingegangenen Päckchen für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. FOTO: Anja Guhlan
 Spremberg. Im Bergschlösschen werden Hunderte Kartons vorbereitet, die bedürftige Kinder glücklich machen sollen. Eine Handvoll Helfer macht die Päckchen versandfertig.

Bereits nach einigen Minuten ist klat – sie sind ein eingespieltes Team. 296 Päckchen sind bei dem Sammelpunkt im Spremberger Bergschlösschen angekommen und müssen stichprobenartig kontrolliert werden. Eine Endkontrolle findet nochmal in Berlin statt. So wird kontrolliert, ob zum Beispiel der Inhalt korrekt ist. Gewünscht sind neue Kleidungsstücke, Schulmaterial, Spielwaren, Süßigkeiten und Nutzmaterialien. Aber es gibt auch eine ganze Liste von Artikeln, die in keinen Schuhkarton gehören. „So sind beispielsweise jegliche Gelierartikel, Süßigkeiten mit Nuss, Bücher mit viel Text, angstauslösende Spielfiguren, Medikamente, zerbrechliche Gegenstände und alle gebrauchten Artikel nicht erlaubt“, zählt Helga Pietkiewicz auf. Sie ist seit diesem Jahr die neue Sammelstellenleiterin für den Bereich Spremberg.

Vier Helfer kontrollieren eingangs die abgegebenen Päckchen auf diese Kriterien und schauen sich auch das Mindesthaltbarkeitsdatum einiger Lebensmittel und Süßigkeiten an. Oft fehlt ein stabiler Gummi um den Karton herum oder es fehlt der Aufkleber, ob das Päckchen nun für einen Jungen oder für ein Mädchen bestimmt ist.

Helferin Heike Woucznack packt die zu groß geratenen Päckchen in kleinere Formate um. „Nicht jeder hält sich an die Größenvorgabe des Schuhkartons“, bedauert Helga Pietkiewcz, die Sammelstellenleiterin. Die Päckchen müssen günstig in die vorgesehenen Versandkartons gepackt werden. Ist die Größe perfekt und der Schuhkarton nicht allzu überfüllt, passen im Schnitt bis zu zwölf Päckchen in einen Versandkarton.

Birgit Kamenz hat die Position des Packers übernommen. Alle fertig kontrollierten Päckchen kommen in ihre Hände und werden in die Versandkartons eingeordnet. Sie schaut auch nochmal, ob bei jedem Päckchen ein stabiler Gummi drum ist, bevor sie die Päckchen in die großen Kartons packt. Helga Pietkiewicz macht am Ende Strichlisten und schließt die Versandkartons.

„Mir macht das Mithelfen und Anpacken hier heute Spaß“, meint Conny Kitte, die zum ersten Mal beim Kontrollieren hilft, jedoch schon seit Jahren stets mehrere Päckchen für die Aktion packt. „Ich hatte in meinem Leben stets viel Glück. Manche Kinder hatten kein Glück und genau diesen eine Freude zu bereiten, macht mich glücklich“, ergänzt sie.

In quasi letzter Minuten geben auch Maria Sulimma (30) und Torsten Kantor (43) ihre gepackten Päckchen bei dem Sammelpunkt ab, die sich beide schon seit Jahren an der Aktion beteiligen. „Etwas spät dran, aber immer noch rechtzeitig“, schmunzelt Maria. Ihr macht das Einkaufen der Dinge, die in den Schuhkarton kommen, immer besonders viel Spaß.  Sie will helfen. Auch bei Torsten Kantor packt die ganze Familie ein Päckchen zurecht. „Das ist schon jedes Jahr wieder ein kleines Ritual bei uns“, erzählt er. Beide haben sich entschieden, für ein Mädchen zu packen: So sind unter anderem Mütze, Handschuhe, Stifte, Kuscheltier, Zahnbürste mit Zahncreme und kleine Bücher enthalten.

Nachdem die Helfer mit dem Kontrollieren und dem Verpacken der Päckchen in mehr als 100 Versandkartons fertigt waren, wurde ihnen noch kostenlos Kuchen und Kaffee gereicht. „Das soll ein Dankeschön für die Helfer ausdrücken“, erklärt Pietkiewicz. Am Donnerstagvormittag werden die gesamten Kartons schließlich abgeholt und nach Berlin gebracht, bevor sie sich dann jeweils auf die große Reise zu ärmeren Ländern begeben.

Im vergangenem Jahr verließen 350 Päckchen die Stadt Spremberg. Die 388 673 Päckchen aus dem deutschsprachigen Raum sind Teil von 1 485 662 Schuhkartons, die 2016 gesammelt wurden.