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| 18:08 Uhr

Konzertreihe in Hornow
Festlicher Orgelklang in Hornower Kirche

 Rudolf Böhnisch ist Chef-Organisator der „Mixtur im Bass“-Konzertreihe. Er  erläutert vor dem Orgelkonzert die Geschichte der Kirche in Hornow und deren kleiner Sauer-Orgel. 
Rudolf Böhnisch ist Chef-Organisator der „Mixtur im Bass“-Konzertreihe. Er  erläutert vor dem Orgelkonzert die Geschichte der Kirche in Hornow und deren kleiner Sauer-Orgel.  FOTO: Anja Guhlan
Hornow. Orgelkonzertreihe „Mixtur im Bass“ in Hornow. Die Besucher haben auch viel zur Geschichte von Kirche und Orgel erfahren.

 Beim Abschlusskonzert des ersten „Mixtur im Bass“-Wochenendes in der St. Martins-Kirche in Hornow lauschten rund 60 Besucher den Spätwerken von Bach, Brahms und Liszt. Organist Martin Schmeding spielte virtuos auf der Sauer-Orgel in Hornow und entführte die Besucher in eine stimmgewaltige Klangwelt.

Ob mit festlichen, schlichten oder melancholischen Kompositionen Martin Schmeding holte alles aus der historischen Sauer-Orgel heraus. So erklangen zu Beginn des Konzertes Johann Sebastian Bachs „Präludium“ und „Fuge C-Dur“ auf der Orgel. Auf die Eröffnung folgte das Choralvorspiel „Vor deinen Thron tret ich hiermit“ ebenfalls von Johann Sebastian Bach. Auch viele Choralvorspiele von Johannes Brahms wie „O Welt, ich muss dich lassen“ oder das „Gebet“ von Franz Liszt erklangen. Die Orgel vermag es, immer wieder durch Klangvielfalt und Reichtum spielerischen Möglichkeiten zu faszinieren. Am Ende dankten die Besucher dem Dargebotenem mit lautem Beifall.

Vor dem Konzert führte der Chef-Organisator der „Mixtur im Bass“-Konzertreihe, Rudolf Böhnisch, noch rund 20 Besucher um und durch die St. Martins-Kirche in Hornow. Detailliert beschrieb Böhnisch die Geschichte der Kirche, die aus dem 15. Jahrhundert stammt. Gemeinsam mit den Besuchern erörterte Böhnisch die Entstehungsgeschichte der Kirche, die mit einem Mischmauerwerk errichtet wurde.  So muss im Mittelalter zunächst nur das rechteckige Kirchenschiff mit Satteldach errichtet worden sein. Der imposante Kirchturm kam erst im Jahr 1902 dazu.  

Die Besucher konnten die Kirche von jeder Seite betrachten, bevor es ins Innere ging. Böhnisch forderte die Besucher auf, sich alles aus dem Inneren wegzudenken außer den Altartisch – dann hätte man eine Vorstellung davon, wie  die Kirche in Zeiten des Mittelalters  im Inneren ausgesehen haben muss. „Gottesdienste führte man damals noch im Stehen aus“, verriet Böhnisch.  Von der alten Ausstattung zeugen noch historische Schnitzfiguren im Inneren.

Über die Geschichte der Orgel ist wenig bekannt. Das Gehäuse des heutigen Instrumentes zeigt die Inschrift 1876 und weist damit das Baujahr aus, in dem August Richter aus Spremberg eine neue Orgel errichtete. Diese war wohl so ungenügend, dass sie schon 1883 von dem Hof-Orgelbauer Wilhelm Sauer aus Frankfurt (Oder) umgebaut werden musste. Erst im Jahr 1995 musste die Orgel dann generalüberholt und restauriert werden, berichtet Böhnisch.

Auch das zweite Konzert-Wochenende soll außergewöhnlich werden Dann erwartet die Besucher in Doberlug, Calau und Luckau  das Spiel auf der Orgel in Zusammenhang mit biblischen Gesängen von der Organistin Elisa Freixo aus Brasilien an den Orgeln.

(ang)