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| 13:55 Uhr

Spremberg
Firma überwindet Katastrophe

Alexander Böhrenz montiert das Firmenschild ans Gebäude.
Alexander Böhrenz montiert das Firmenschild ans Gebäude. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Das verheerende Feuer in ihrer Werkstatt in Spremberg vergessen Alexander Böhrenz und seine Mitarbeiter wohl nie. Aber ihr Holzbetrieb hat sich nach dem Brand wieder erholt. Von Rene Wappler

Ein verheerendes Feuer zerstört die Werkstatt eines Holzhändlers aus Spremberg. Doch er lässt sich von der Katastrophe nicht unterkriegen. Acht Monate dauert es, bis er seinen Betrieb wieder aufgebaut hat. Nun eröffnet er ihn an der alten Adresse in der Bregenzer Straße.

Am Morgen nach dem Brand, am 9. Januar, rang Alexander Böhrenz um seine Fassung. Er schaute auf  den kläglichen Rest seiner Werkstatt. Zwei Polizeibeamte liefen durch das Gebäude. Das Feuer hatte die Wände schwarz gefärbt. Vom Dach waren nur noch Fetzen übrig. Ruß hing in der Luft. Den Schaden schätzten die Polizeibeamten auf 300 000 Euro.

Wenn Alexander Böhrenz heute auf diesen Moment zurückschaut, sagt er: „Wir wussten nicht, wie es weiter geht.“ Doch die erste Verzweiflung sei bald neuen Plänen gewichen. Schon drei Tage nach dem Brand schaute sich der Gutachter auf dem Gelände um. Schließlich folgte die Zusage der Versicherung, dass sie den Schaden regulieren werde. Alexander Böhrenz zog in eine angemietete Halle um, wo er und seine drei Mitarbeiter trotz der zerstörten Werkstatt weiter produzieren konnten. „Wir haben ja feste Verträge mit unseren Auftraggebern“, erklärt er. „Eine längere Pause hätte unsere wirtschaftliche Existenz ruiniert.“ So sei er gar nicht erst zum Grübeln gekommen. Das Feuer vom Januar ließ sich nach seinen Worten auf einen technischen Defekt zurückführen. „Laut Gutachten kamen als Ursache weder Fahrlässigkeit noch Brandstiftung in Frage.“

Während die Mitarbeiter der Firma im Ausweichquartier ihre Aufträge erledigten, entkernten Fachleute eines Unternehmens aus Berlin die ausgebrannte Halle. Sie rissen das Nebengebäude ab, bauten es wieder auf, und sorgten so dafür, dass Alexander Böhrenz im Juli wieder an seinen alten Standort zurückkehren konnte. „Für uns war das eine riesige Erleichterung“, sagt er.

Geradezu ins Schwärmen kommt der Unternehmer, als er von der Hilfe berichtet, die ihm nach der Katastrophe zuteil wurde. Demnach unterstützten ihn andere Handwerksbetriebe aus Spremberg dabei, seine Aufträge fristgerecht zu bearbeiten, statt ihn als Konkurrenz zu betrachten. Die Mitarbeiter des Rathauses boten ihm an, bei der Suche nach Räumen für seine Werkstatt zu helfen, wie er erzählt. „Bei der Stadt und der Feuerwehr will ich mich auch mit einer kleinen Feier bedanken“, sagt Alexander Böhrenz. „Ich halte es nicht für selbstverständlich, dass man in einer Krise solchen Zuspruch erfährt.“

Die Arbeit der Feuerwehrleute gestaltete sich in der Brandnacht überaus kompliziert. Das Feuer drohte, auf eine benachbarte Immobilie überzugreifen. Ein Sprecher der Feuerwehr-Leitstelle berichtete am Tag nach dem Einsatz: „Wir mussten eine ältere Dame aus einem angrenzenden Einfamilienhaus in Sicherheit bringen.“ Elf Rettungswagen und Löschfahrzeuge waren mehr als vier Stunden im Einsatz, bis das Feuer gegen 2 Uhr morgens endgültig gelöscht werden konnte. Menschen wurden bei dem Brand im Januar nicht verletzt.

In der vergangenen Woche brachte Alexander Böhrenz das Firmenschild am Gebäude an. Der komplette Innenausbau der Halle ist abgeschlossen. In einem kleinen Raum, der völlig niedergebrannt war, kommt die Heizzentrale unter. So mögen der Unternehmer und seine Mitarbeiter den Brand zwar ein Leben lang nicht mehr vergessen. Doch die äußeren Spuren sind verschwunden.

So sah die Firma nach der Brandnacht im Januar aus.
So sah die Firma nach der Brandnacht im Januar aus. FOTO: LR / René Wappler