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| 15:43 Uhr

Schwerer Stand der Agrarbranche
Ein ganzes Berufsbild ist vom Aussterben bedroht

Bei Liane Dörry leben Hund und Katze in Eintracht.
Bei Liane Dörry leben Hund und Katze in Eintracht. FOTO: LR / René Wappler
Hornow. Warum Familie Dörry aus Hornow am Sonntag für die Arbeit in der Landwirtschaft werben will.

Ein Missverhältnis offenbart sich auf dem Arbeitsmarkt für Landwirtschaftsberufe. Das stellt Liane Dörry aus Hornow fest, nachdem sie ihre 19-jährige Tochter Saskia darin bestärkt hat, Schäferin zu werden. „Wir hatten richtige Schwierigkeiten“, sagt sie. „Einerseits signalisierte uns die Arbeitsagentur, dass viele landwirtschaftliche Berufe doch sowieso vom Aussterben bedroht sind. Anderseits werden händeringend Lehrlinge gesucht.“

Für diese Berufe wollen Liane und Andreas Dörry bei ihrem Hoffest werben. Es findet am Sonntag, 10. Juni, um 10.30 Uhr in der Schulstraße in Hornow statt. Das Motto lautet: „Bauer – Beruf mit Zukunft“.

Liane Dörry erklärt: „Es gibt ja noch so viele andere Berufe in unserer Branche wie den des Imkers, die aber immer weniger auf Interesse stoßen.“ Das empfinde sie als „richtig traurig, zumal wir ja auf diese Leute angewiesen sind“. Die Idee, am Sonntag für die Agrarbranche zu werben, sei ihrer Tochter in den Sinn gekommen.

Auch der Bundesverband der Berufsschäfer warnt: In ganz Europa bestehe die Gefahr, dass dieser Sektor auf Grund mangelnder Wirtschaftlichkeit nach und nach verschwinde. Im April 2018 beschloss der brandenburgische Landtag, sich für bessere Bedingungen in der Branche einzusetzen. Er berief sich auf einen Befund des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg. Demnach steigen die Kosten für Pacht und Haltung der Weidetiere sowie für Beiträge der Berufsgenossenschaft. Ein rentables Arbeiten sei kaum noch möglich. Die Schafhalter bekommen vom Land bereits insgesamt 2,9 Millionen Euro im Jahr „für umweltbezogene Leistungen“. Neben weiteren Instrumenten regt der Landtag eine Bremse des Pachtpreises für landeseigene Flächen an.

Um ihre Aussichten für die berufliche Zukunft zu verbessern, lässt sich die Tochter von Liane Dörry parallel zur Betriebswirtin ausbilden. Bei ihrem Hoffest will die Familie nicht nur informieren, sondern auch mit den Gästen feiern – bei Blasmusik und einem Bauernmarkt sowie einem Rundgang durch die Ställe. Bis zum Sonntag soll die neue Unterkunft für die Pferde fertig sein, heller und größer als das alte Domizil.