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| 16:51 Uhr

Historiker stellt Forschung zu Schriftsteller Erwin Strittmatter vor

Der Schriftsteller Erwin Strittmatter, aufgenommen im Jahr 1992 in Berlin.
Der Schriftsteller Erwin Strittmatter, aufgenommen im Jahr 1992 in Berlin. FOTO: dpa
Spremberg. Der Berliner Historiker Bernd-Rainer Barth beleuchtet das Leben des Schriftstellers Erwin Strittmatter: Er sprach am Mittwoch vor den Spremberger Stadtverordneten über die Ergebnisse seiner Forschung. Der jahrelange Aufschub der Studie hatte wie die Biografie von Strittmatter zu politischem Streit geführt. ani/js/wr

Dem Schriftsteller Erwin Strittmatter ist keine Beteiligung an Kriegsverbrechen nachzuweisen, man könne sie aber auch nicht ausschließen. Zu diesem Schluss kam der Historiker Bernd-Rainer Barth am Mittwoch bei einer mündlichen Zusammenfassung seiner Ergebnisse vor den Spremberger Stadtverordneten. Dabei verwies er auf Feldpostbriefe Strittmatters an seine Familie, deren Veröffentlichung aber auch von der Familie des Schriftstellers abhänge. Eine Antwort auf eine entsprechende Anfrage gebe es noch nicht. Eine umfangreiche Zusammenfassung seiner Forschungen in Buchform strebe er an, sie sei aber nicht vor dem Herbst realistisch.

Zu einer Einschätzung, ob Strittmatter weiterhin als Namensgeber beispielsweise für das Spremberger Gymnasium geeignet sei, wollte sich der Historiker nicht verleiten lassen. Dies sei eine politische Entscheidung.

Bernd-Rainer Barth sollte die Studie zu möglichen Verstrickungen des Literaten im Nazi-Regime und in der DDR ursprünglich im Jahr 2013 abschließen. Die Spremberger CDU-Fraktion hatte eine Ehrung des Schriftstellers zu dessen 100. Geburtstag im Jahr 2012 entschieden abgelehnt, da der Anschein bestehe, er habe sich zwei Diktaturen angedient. Die Fraktion der Linken erhob den Einwand, das Geld für die Forschung zum Leben Strittmatters könne auf andere Weise bestimmt sinnvoller investiert werden.

Für die immer wieder verschobene Studie hatten die Rathaus-Mitarbeiter einen Etat von 11 000 Euro bewilligt. Als Grund der erheblichen Verzögerung nannte der Historiker lange Wartezeiten auf die Einsicht in Stasi-Unterlagen.