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| 18:45 Uhr

Kommunalwahlen
Seit 22 Jahren kommt in Welzow Hering auf den Tisch

 Austausch nach dem 22. Heringsessen der SPD und vor der Kommunalwahl in Welzow: (v. l. ) Jörg Rakete, Helmut Franz, Birgit Zuchold. Ulrich Freese, Hermann Kostrewa und Volker Schulze. 
Austausch nach dem 22. Heringsessen der SPD und vor der Kommunalwahl in Welzow: (v. l. ) Jörg Rakete, Helmut Franz, Birgit Zuchold. Ulrich Freese, Hermann Kostrewa und Volker Schulze.  FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Welzow. SPD-Ortsverein bedankt sich mit Tradition bei Mitstreitern und Vereinen. Von Annett Igel-Allzeit

Vom Hering können die Sozialdemokraten nicht genug bekommen. In mehreren Varianten in Sahnesoßen stand er in großen Schüsseln auf dem Tisch der Kegelhalle. Mehrere Welzowerinnen hatten sie entwickelt. Dazu gab es Pellkartoffeln und Quark. Das Heringsessen in Welzow hat Tradition. Zum 22. Mal lud der SPD-Ortsverein der Stadt am Tagebau dazu ein. Auch Hermann Kostrewa, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Forst und vor wenigen Tagen noch stellvertretender Landrat Spree-Neiße, lässt sich das seit Jahren möglichst nicht entgehen. „Ich bin zwar nicht in Emden geboren, aber ich habe dort viele Jahre gelebt. Dann hier in der Lausitz so ein Heringsessen zu finden, war eine schöne Entdeckung“, erklärt er mit niederdeutschem Akzent. Er kennt nicht nur mehrere Zubereitungsarten, er weiß auch, wo der Hering her kommen muss.  

Mitglieder und Freunde der Partei hat Volker Schulze, Vorsitzender des Welzower Ortsvereins, eingeladen. „Und das Heringsessen ist auch ein Dankeschön an die Vereine in Welzow. Denn sie sind uns Sozialdemokraten wichtig.“ Helmut Franz, der die Welzower im Kreistag und in der Stadtverordnetenversammlung vertritt, zählt auf, was alles in der Legislatur mit der SPD-Bürgermeisterin Birgit Zuchold in und für Welzow geschafft wurde. Der Abschlussbericht der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ allerdings bereite ihm Sorgen: speziell das Einfrieren der Strompreise. „Damit wird politisch kaputt gemacht, was das Rückgrat der Lausitz ist. Geld muss in wirtschaftliche Strukturen fließen, nicht nur in Begegnungsstätten und Spielplätze.“

Der Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese freut sich, dass es in Welzow gelinge, junge Leute einzubinden. Dass Bürger und Unternehmen wie Baumaschinen Welzow weg sind, sei schlimm. „Es ist aber auch noch viel Industrie da. Die Straßen sehen nicht mehr so aus wie in den 90er-Jahren. Es ist eine Menge verbessert worden in diesem Bergbaustädtchen. Und wenn man ,Glück auf’ sagen würde, würde es aufstehen und wackeln – und es wackelt hier dank Bergbau ordentlich.“

Auch Jörg Rakete, der SPD-Bürgermeister aus Döbern, hat es von der Karneval-Probe noch nach Welzow geschafft. Nicht nur wegen des Herings, sondern weil Welzow wie Döbern eine der kleinen Kommunen in Spree-Neiße sei, für die gegenüber den Großen wie Spremberg, Forst und Guben immer ein bisschen mehr kämpft werden muss. Und für die kleineren Kommunen wolle er sich auch einsetzen, wenn er es in den Landtag schafft, so Rakete.