Marlis Rhinow hatte mehrere Altergruppen vor sich: Knapp 30-jährige Arbeitsuchende waren ebenso darunter wie über 50-Jährige. Und sie alle konnten schmunzeln über den Film, in dem ein Jugendlicher sich nach den ersten Vorstellungsgesprächen zu einem sympathischen jungen Mann entwickelt. Klar, einiges war stark überzeichnet. Aber die Stilberaterin verstand es, die Arbeitsuchenden in ihrer Realität abzuholen. Es wurde besprochen, wie überstylte Bewerberinnen eine Personalchefin auf die Palme bringen, zu geduckt wirkende Anwärterinnen fürs Sekretariat aber den Geschäftsführer abwinken lassen. Gepflegte Fingernägel, ein Grundschnitt in der Frisur, Hemd in der Hose und warten, ob der Übergeordnete einem die Hand geben möchte. Auch eine Freundin, die mal auf das Make-up und die Kleidung fürs Vorstellungsgespräch guckt, sei wichtig.

Der Stilberaterin gefiel, dass die rund 20 Teilnehmer viele Fragen stellten. Interesse zeigen, so Marlis Rhinow, sei nämlich auch bei einem Bewerbungsgespräch ganz wichtig. ani