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Schaden durch Straftäter auf Baustellen
Hausbesitzer aus Wolfshain ärgert sich über Randalierer

Wolfshain. Grundstückseigentümer fühlt sich von Behörden im Stich gelassen. René Wappler

Von Randalierern fühlt sich ein Hausbesitzer provoziert: Lutz Storp aus Wolfshain berichtet, dass in dieser Woche schon zum fünften Mal innerhalb von zwei Jahren Einbrecher auf seinem Baugrundstück gewütet haben. „Jetzt sind die Module der Solaranlage auf dem Dach zerdroschen“, sagt er. „Als wäre das nicht genug, bekam ich am Mittwochmorgen weder in Forst noch in Guben die Polizei ans Telefon.“ Erst nach einer langen Odyssee samt einer Beschwerde bei der Landesregierung habe er die zuständigen Beamten erreicht.

Damit spricht er ein Problem an, über das die Politiker im Land Brandenburg regelmäßig streiten. So erklärte der CDU-Abgeordnete Björn Lakenmacher im Jahr 2016 während einer Landtagskonferenz: „In vielen Polizeirevieren sitzt nachts noch ein Polizeibediensteter, manchmal zwei.“ Diese seien nicht in der Lage, Bürgeranliegen zu bearbeiten.

Dabei arbeitet Lutz Storp aus Wolfshain selbst als Sicherheitsberater für Baumärkte, weist die Mitarbeiter auf mögliche Schwachstellen hin. Allerdings lassen sich Baustellen nur bedingt vor Einbrechern schützen, wie auch Kati Prajs von der Beratungsstelle der Polizei in Cottbus einräumt: „Anders als bei bewohnten Häusern ist dort eine zuverlässige Sicherung schwer möglich.“

Das hat Lutz Storp in den vergangenen Jahren immer wieder erfahren. Sein Haus befindet sich an einer abgelegenen Stelle. Wochentags ist er meistens unterwegs, nimmt aber nach und nach einen Umbau am Gebäude vor, wie er sagt. „Hier wurden schon die Lampen zerdroschen, Werkzeug kam weg, und niemand kriegt die Täter zu fassen.“

Über Vandalismus klagen auch viele Unternehmer im Land Brandenburg und in Berlin. Laut einer Studie der Industrie- und Handelskammer war allein im Jahr 2014 jede dritte Firma von Sachbeschädigung betroffen, wobei viele nicht mal mehr eine Anzeige erstatteten. Die Befragten hielten demnach „stärkere polizeilichen Präsenz“ für das beste Mittel gegen weitere Straftaten.