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Hauptpost-Aus ärgert Stadtchefin

Das Gebäude der Hauptpost ist geschlossen. Die Mitarbeiter des Rathauses sprechen mit Angestellten der Deutschen Post über die Zukunft des Standorts.
Das Gebäude der Hauptpost ist geschlossen. Die Mitarbeiter des Rathauses sprechen mit Angestellten der Deutschen Post über die Zukunft des Standorts. FOTO: wr
Spremberg. Die Mitarbeiter des Rathauses wollen alles unternehmen, um das Postgebäude in der Innenstadt langfristig zu bewahren. Das hat Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) am Montagabend vor den Mitgliedern des Hauptausschusses bekräftigt. René Wappler

Allerdings bleibt ungewiss, was nun konkret mit der Immobilie geschieht, in der die Hauptpost von Spremberg ihre Adresse hatte - bis zur fristlosen Kündigung durch den Mieter im August.

Die Zukunft des Postgebäudes treibt viele Einwohner um, auch die Stadtverordneten und die Mitarbeiter des Rathauses: So äußerte sich Christine Herntier am Montag bei der Konferenz des Hauptausschusses im Bürgerhaus. "Für uns kam die Botschaft überraschend, dass die schöne Hauptpost von jetzt auf gleich geschlossen wird", sagte sie. "Es war auch nicht einfach, in diesem riesigen Konzern die richtigen Ansprechpartner ans Telefon zu bekommen." Immerhin stehe nun fest, dass die Deutsche Post als Mieterin fungierte: Selbst das sei bislang "nicht ganz klar" gewesen, wie die Bürgermeisterin erklärte. Als "nicht gut" bewertet das Stadtoberhaupt den Umstand, dass das Unternehmen den Mietvertrag fristlos gekündigt habe. "Es wird seitens der Post und der Postbank nach neuen Möglichkeiten gesucht, um die Dienstleistungen zu erbringen", berichtete Christine Herntier den Ausschuss-Mitgliedern. "Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht getroffen, aber wo man geht und steht, erlebe ich, dass die Leute in Spremberg stark verärgert sind." So habe sie selbst am Montag einen Brief an Landrat Harald Altekrüger (CDU) geschrieben, während sich die Mitarbeiter des Fachbereichs für Bauen bereits vier Mal an die Denkmalschutzbehörde wandten, um vor allem auf den "bedrohlichen Zustand im Dachbereich" des Gebäudes hinzuweisen.

Nun besteht jedoch noch ein weiteres Problem: Die Rathaus-Angestellten müssen Kontakt zum Eigentümer des Gebäudes aufnehmen, was ihnen bislang nicht gelungen ist. Der Fraktionschef der Nächsten Generation, Benny Stobinski, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Gebäude vor knapp anderthalb Jahren schon einmal zum Verkauf stand. Damals habe ein Preis von ungefähr 460 000 Euro zur Debatte gestanden. Benny Stobinski hält es für überlegenswert, einen Erwerb seitens der Stadt abzuwägen. Zwar sei es auch möglich, darauf zu vertrauen, dass sich ein privater Investor findet. "Aber wenn man als Kommune so ein Objekt für eine halbe Million Euro kauft und gut vermietet, kann es sich meiner Meinung nach lohnen."

Zum Thema:
Aufgrund erheblicher baulicher Mängel musste der Filialbetrieb in der Poststraße zum vorbeugenden Schutz von Kunden und Mitarbeitern eingestellt werden. Das teilt Tim Rehkopf von der Pressestelle der Postbank mit. "Aus Sicherheitsgründen gilt diese Schließung bis auf Weiteres." Die Herausgabe von Paketen, Päckchen und Einschreiben erfolgt nach Angaben der Deutschen Post seit dem 4. September in der Otto-von-Guericke-Straße 15 in Spremberg. Die Deutsche Post fungierte als Mieter des Gebäudes, die Postbank wiederum als Untermieter.