ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:07 Uhr

Harmonium aus der Lausitz sorgt jetzt im polnischen Maszewo für Freude

Welzow.. Mit einer richtig guten Tat verabschiedete sich das Ehepaar Laurisch aus Welzow aus dem alten Jahr. Und kaum jemand aus der Stadt bekam davon etwas mit. Dafür war die Freude in der Welzower Partnerstadt Maszewo (bei Krosno) im polnischen Nachbarland um so größer. Am 30. Gabi Böttcher

Dezember war es, als sich Uta (61) und Manfred (64) Laurisch mit ihrem Pkw und dem zwei Meter langen Hänger daran auf den Weg machten. Geladen hatten sie ein Harmonium. Als Geschenk für die Kirchengemeinde in der Partnerstadt, der es in der Kirche Rybaki an einem Instrument fehlte. Das war den Laurischens im Sommer vergangenen Jahres aufgefallen, als sie mit einer Seniorengruppe zu Besuch im Nachbarland waren. Sogleich war Manfred Laurisch das defekte Harmonium eingefallen, das ihm vor Jahren eine Bekannte aus Neupetershain überlassen hatte und das über verschiedene Stationen in der Turnhalle an der alten Dorfschule gelandet war. In dem Zustand, in dem sich das im Jahr 1925 gebaut e Instrument inzwischen befand, konnte es keinem zugemutet werden. Also nahm sich Manfred Laurisch als Tausendsassa in handwerklichen Dingen des guten Stücks an. Er demontierte es, ersetzte gebrochene Saiten, säuberte es, überarbeitete den Luftkasten . . . Als er fast fertig war, bekam er sogar noch die Adresse des Urenkels heraus, der die damalige Herstellerfirma des Instrumentes noch heute führt. Mit dieser Anschrift für künftige Notfälle im Gepäck und dem in der heimischen Werkstatt reparierten Harmonium ging es also am 30. Dezember in Richtung Partnerstadt. An der Grenze zunächst vom Zöllner etwas barsch nach der Art der Ladung befragt, hellte sich das Gesicht des Mannes schnell auf, als das Ziel der Reise, die Kirche Rybaki, benannt war. „Die Freude dort war groß“ , erzählt Manfred Laurisch, der das Geschenk gemeinsam mit seiner Frau an den Pfarrer übergeben hatte. Still und leise, um einen großen Bahnhof zu vermeiden, der beider Sache nicht ist. „Weil uns der Pfarrer wohl unbedingt auch etwas Gutes tun wollte, lud er uns zum Mittagessen ein“ , so der rührige Senior, der bei seinem Besuch auch gleich nachgefragt hatte, ob denn in der Partnergemeinde nicht auch ein paar von den Pflegebetten gebraucht würden, die durch den Umzug des Welzower Pflegeheimes in ein neues Domizil überflüssig geworden waren. Gestern kam die Rückmeldung bei Laurischens an: Zwei der gut erhaltenen Betten würden in Maszewo von pflegebürftigen Bürgern benötigt. Damit ist klar, dass sich Manfred und Uta Laurisch demnächst wieder mit dem Hänger in Richtung Partnerstadt auf den Weg machen werden.