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Happy End für marodes Anglerheim?

Verwaist und teils verfallen steht das Anglerheim an der Hammerlache bis jetzt noch da. Für dieses Jahr ist nun jedoch der Um- und Ausbau geplant. Die kleinen Bilder zeigen die Fassadenentwürfe des Planungsbüros Kucher.
Verwaist und teils verfallen steht das Anglerheim an der Hammerlache bis jetzt noch da. Für dieses Jahr ist nun jedoch der Um- und Ausbau geplant. Die kleinen Bilder zeigen die Fassadenentwürfe des Planungsbüros Kucher. FOTO: cw
Spremberg. Nach fast acht Jahren vergeblicher Anstrengungen, das marode Vereinsheim des Kreis-Anglerverbandes Spremberg an der Hammerlache wieder nutzbar zu machen, soll in diesem Jahr nun endlich der entscheidende Durchbruch kommen: Die Stadt Spremberg plant die Sanierung des Traditionsgebäudes für knapp 500 000 Euro. Nun bangen alle, ob diesmal die in Aussicht gestellten Fördermittel kommen. Catrin Würz

Die Baupläne und Durchführungsbeschlüsse sind längst alle auf den Weg gebracht. Eine endgültige Fassung werden die Spremberger Stadtverordneten noch in ihrer Sitzung Anfang April beschließen. Und eigentlich ist auch die Finanzierung für den mit 497 000 Euro veranschlagten Um- und Ausbau des Gebäudes direkt an der Spree gesichert. Denn dem Rathaus wurden 75 Prozent Fördermittel aus dem Stadtentwicklungsfonds in Aussicht gestellt, der Rest ist im Stadthaushalt verankert. "Wir erwarten die Zusage für das Fördergeld noch im März. Und dann muss es auch sofort mit den Bauarbeiten losgehen - denn die Fördermittel müssen bis zum Jahresende alle verbaut sein", erklärt Bau-Fachbereichsleiter Gerd Schmiedel.

Ein Happy End für das in den vergangenen Jahren zunehmend verfallene Anglerheim ist also in Sicht. Einen Grund für allzu schnelle Vorfreude sieht Eberhard Brünsch dennoch nicht. "Dafür haben wir in den vergangenen Jahre zu viele geplatzte Zusagen und Enttäuschungen hinnehmen müssen", sagt der Sprecher des Kreis-Anglerverbandes, der auch Stadtverordneter ist. Schon 2006 gab es erste Planungen für die Sanierung des Gebäudes - damals noch für weitaus weniger Geld. Doch daraus wurde nichts. Immer wieder wurden Fördermittelanträge abgelehnt. Inzwischen verfiel das einst so schmucke Haus zusehends. Wasser drückte durch das Dach und ließ den Putz bröckeln. Die Sanitäranlagen waren nicht mehr zu benutzen, so dass die Angler als Pächter des städtischen Gebäudes nun seit geraumer Zeit das Haus nicht mehr betreten und keine Veranstaltungen mehr durchführen konnten.

Mit den Plänen für den Umbau sind die Angler nun jedoch zufrieden. "Es ist so, wie wir es uns gewünscht haben", sagt Brünsch. Die Stadt will das Gebäude zu einem Quartierzentrum "Hammerlache" um- und ausbauen. Ein behindertengerechter Zugang ist geplant und künftig soll das Haus als Schulungs- und Informationszentrum für Bürger und verschiedene Vereine da sein. Es wird eine zusätzliche Terrassenfläche und ein Carport als Nebengebäude angebaut. In den Innenräumen sollen die Elektroanlagen, die Heizung und Sanitäranlagen modernisiert werden. Doch die historische Holz-Außenwandverkleidung des markanten Gebäudes am Spreeufer soll belassen, gereinigt und farblich neu gestaltet werden.

Nach dem Umbau wird der Kreis-Anglerverband Spremberg die Bewirtschaftung des Komplexes wieder übernehmen. "Mit derzeit mehr als 1400 Mitgliedern sind wir Angler ja der größte Verband in der Stadt", sagt Eberhard Brünsch. Die Petrijünger, die in fast einem Dutzend Angelvereinen im Stadtgebiet organisiert sind, wollen künftig ihre Mitgliederversammlungen, die Kinderangelschule, Lehrgänge für den Fischerei-Schein und Angelcamps hier durchführen. Aber auch für öffentliche Veranstaltungen, Jubiläumsfeiern, Messen und private Nutzungen soll das Gebäude künftig zur Verfügung stehen.

"Auch wir als Verein haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagt Eberhard Brünsch. Der Verband hat in seinem eigenen Finanzplan Geld für die Innenausstattung im neuen Heim, für Stühle und ähnliches eingeplant. "Wir warten nur, dass es jetzt mit dem Bau auch wirklich losgeht."

Zum Thema:
Im Verband sind derzeit 1286 Erwachsene, 136 Jugendliche und drei passive Mitglieder organisiert. Zum kürzlich durchgeführten Kreisverbandstag im Hotel Georgenberg wurde trotz der Planungen für das Anglerheim beschlossen, die Mitgliedsbeiträge nicht zu erhöhen. Dem Vorstand gehören unter anderem Ralf-Reiner Krause als 1. Vorsitzender, Silvio Trapp als 2. Vorsitzender und Ines Mrose als Schatzmeisterin an.