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| 03:06 Uhr

Hangsanierung weiter Streitthema

Die Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus bleibt abgesperrt – ebenso wie der Zugang auf den Georgenberg über die Himmelsleiter.
Die Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus bleibt abgesperrt – ebenso wie der Zugang auf den Georgenberg über die Himmelsleiter. FOTO: Catrin Würz
Spremberg. Auch nach einem zweiten Fachgutachten zur Sicherung des vor zwei Jahren abgerutschten Georgenberghanges können sich die Spremberger Stadtverordneten nicht darüber einigen, was jetzt getan werden soll. Die Mitglieder des Bauausschusses sehen bei den von zwei Ingenieur büros empfohlenen Varianten zur Böschungssanierung jedenfalls noch Einsparpotenzial. Catrin Würz

Fünf verschiedene Varianten für die Sanierung der Georgenbergböschung hatte das Spremberger Ingenieurbüro Böhme & Partner bereits 2012 vorgelegt. Die Varianten sehen jeweils eine Böschungsabflachung durch Masseneinbau oder Massenabtrag vor und unterscheiden sich auch darin, ob auf dieser Böschung weitere Wege mit Anbindung an die Himmelsleiter geplant sind oder nicht. In jedem Fall müssen für die Hangsanierung unterhalb des Bismarckturmes die üppig gewachsenen Bäume und Büsche abgeholzt werden. Nahezu alle Varianten werden laut erster Schätzungen wohl mehr als 350 000 Euro kosten - Geld das im klammen Stadtsäckel zurzeit gar nicht da ist.

Zur Bauausschusssitzung am Montag gab es nicht nur deshalb keine Einigung zum Thema. Klaus Grüneberg (SPD) kritisierte, dass in den Varianten nicht alle Einsparpotenziale ausgereizt sind. Einen "barrierearmen Zugang" mit Anschluss an die Himmelsleiter, wie ihn die favorisierte Variante der Stadtverwaltung vorsieht, bezeichnete er schlichtweg als "Quatsch". Er forderte außerdem weitere Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde. Jene lehnt das Versetzen einer Mauer der Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus um zirka drei Meter strikt ab - was jedoch eine optimalere Böschungsbefestigung ermöglichen würde.

Dr. Jürgen Kantor machte als sachkundiger Bürger darauf aufmerksam, dass die Entwässerung des gesamten Stadtparkes bisher über die gerutschte Böschung geschieht: Das müsse anders geregelt werden. Und Andreas Bränzel (CDU) plädierte gar für die "Minimalvariante". "Wir sollten den Bereich einfach abgesperrt lassen. So, wie er jetzt ist, stellt er keine Gefahr dar. Wenn die Stadt in fünf Jahren mehr Geld zur Verfügung haben sollte, können wir wieder darüber reden."

Zum Thema:
Im Januar 2011 kam es am Hang unterhalb des Bismarckturmes zu einer Rutschung mit Böschungsabrissen bis zu einem halben Meter vor einer Mauer der Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus. Der Rutschungsbereich umfasst einen Abschnitt mit einer Länge von 40 Metern.Der betroffene Bereich sowie die oberhalb gelegene Gedenkstätte und der Treppenaufgang "Himmelsleiter" sind abgesperrt.