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Handwerker ordnet Mängel am Bürgerhaus ein

Das Bürgerhaus, ein Notfall? Schon beim Bau meldeten Handwerker Zweifel an. Die Feuerwehrübung hatte aber damit nichts zu tun.
Das Bürgerhaus, ein Notfall? Schon beim Bau meldeten Handwerker Zweifel an. Die Feuerwehrübung hatte aber damit nichts zu tun. FOTO: René Wappler
Spremberg. Aus eigenem Erleben äußert sich ein Spremberger Handwerker zu den Bauarbeiten am sanierungsbedürftigen Bürgerhaus – und zum "unguten Bauchgefühl", mit dem er sich damals plagte. Wolfgang Schröder ärgert sich über ein Foto, das in der RUNDSCHAU zum Bericht über die neuen Schäden am Gebäude abgedruckt war: Darauf ist zu sehen, wie seine Firma vor zehn Jahren die Glasmontage vornahm. René Wappler

"Ich kann garantieren, dass durch diese Gläser kein Wasser dringt", erläutert Wolfgang Schröder. "Mit den kleineren Fenstern und der Holzkonstruktion hatten wir aber nichts zu tun."

Diese umstrittene Holzkonstruktion, erdacht vom Architekturbüro, scheint wiederum zu den neuen Problemen am Haus zu führen: Da in der vergangenen Woche wieder Wasser in das Dachgeschoss eindrang, bleibt die Etage vorerst geschlossen. Der Handwerker Wolfgang Schröder erinnert sich: "Wir hatten einst den Auftrag, die großflächige Verglasung am Bau vorzunehmen." Vom ersten Tag an habe er sich mit Bedenken getragen. "Das sagte ich damals auch dem Architekten: Sobald das Wetter das Holz angreift, muss man nicht lange warten, bis das Material mürbe wird." Allerdings sei sein Rat einfach verhallt.

Nach wie vor geht Wolfgang Schröder davon aus, dass Architektenfehler zum bedauernswerten Zustand des Hauses führten. Auch die Fensterkonstruktionen seien "nicht glücklich gewählt", gibt er zu bedenken. "Die kleine Entwässerungsanlage schafft es einfach nicht, bei starkem Unwetter die Wassermassen abzuleiten."

Zwei selbstständige Beweisverfahren zu den Baumängeln am Bürgerhaus sind inzwischen abgeschlossen, wie der Spremberger Rathaussprecher Alexander Adam mitteilt. Auf dieser Grundlage kamen beide Parteien - die Firma ASG und das Architekturbüro schließlich zu einer außergerichtlichen Lösung. Zu den Details äußern sich die Rathaus-Mitarbeiter jedoch nicht öffentlich: In einem solchen Prozess sei Fingerspitzengefühl nötig, auch aufgrund der einst abgeschlossenen Verträge mit vertraulichem Inhalt. Der Rathaussprecher bestätigt nur, dass eine Zahlung an die Stadt erfolgt sei. Zudem besitze die Stadt nun das Recht, Veränderungen am Gebäude vorzunehmen.