ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:35 Uhr

Hälfte der Kanäle sanierungsbedürftig

In der Parkstraße sind an der Einmündung zur Gubener Straße wegen Einsturzgefahr des Kanals Straßenbereiche gesperrt worden.
In der Parkstraße sind an der Einmündung zur Gubener Straße wegen Einsturzgefahr des Kanals Straßenbereiche gesperrt worden. FOTO: St. Ludwig
Forst. Zwei Straßeneinbrüche und ein drohender sind seit Juli in Forst gemeldet worden. Passieren kann das in der Rosenstadt immer wieder, denn rund die Hälfte der Kanäle ist sanierungsbedürftig und um die 100 Jahre alt. Schon jetzt erneuert die Stadt für drei Millionen Euro pro Jahr die Kanäle. Steffi Ludwig

Seit Donnerstag ist wieder freie Fahrt in der Triebeler Straße angesagt - ein erneuter Straßeneinbruch Ende vergangener Woche hatte eine halbseitige Sperrung notwendig gemacht. Bereits zum zweiten Mal nach Ende Juli war auf derselben Straße die Decke eingebrochen. "Diesmal waren Muffen in der Straßenentwässerungsleitung undicht", sagt Klaus Pobig, Bauleiter der Asphalt Straßenbau Gesellschaft mbH (ASG) Kolkwitz-Krieschow. Da die Firma derzeit auf der Forster Großbaustelle Spremberger Straße beschäftigt ist, hatte der Landesbetrieb Straßenwesen sie zum Beheben der Havarie auf der Triebeler Straße, die eine Landesstraße ist, geholt. "Wir haben ein neues Stück Steinzeugrohr eingesetzt, nun ist alles wieder dicht und der Verkehr kann rollen", sagt Klaus Pobig. Rund 5500 Euro Kosten von Reparatur bis Straßensperrung hat der Landesbetrieb Straßenwesen dafür ausgegeben, sagt der stellvertretende Leiter Enrico Saupe. Bauleiter Pobig nennt das hohe Alter der Kanäle als einen Grund für den Einbruch - dadurch würden auch die Muffen undichter. Und auch die Erschütterungen durch das höhere Verkehrsaufkommen auf der Triebeler Straße, die als Umleitung für die gesperrte Spremberger Straße dient, tragen dazu bei.

Das kann Frank Przychodzki, Technischer Werkleiter des Eigenbetriebes Abwasser der Stadt Forst, bestätigen. "Es ist natürlich die Bösartigkeit des Zufalls, dass die Straßeneinbrüche jetzt so in so kurzer Zeit passiert sind", sagt er. Denn hinzu komme der drohende Einsturz der Parkstraße, weil auch hier Schäden am Kanal festgestellt wurden.

Aber gerade in der Triebeler Straße komme das Alter der Kanäle und der viele Verkehr zusammen. "Die Kanäle dort sind in den 20er-Jahren gebaut worden, also zwischen 80 und 100 Jahre alt", so Prychodzki. Das Alter staffele sich natürlich, einige Rohre seien bestimmt über 100 Jahre alt, sozusagen vom Beginn der Kanalisation.

Das sei auch in der Parkstraße der Fall, die seit voriger Woche im Bereich der Einfahrt von der Gubener Straße aus gesperrt ist. Auch ein absolutes Halteverbot sei dort verhängt worden, damit es nicht zu weiteren Setzungen oder zum vollständigen Zusammenbruch komme. "Der Niederschlagswasserkanal ist oben und unten gerissen, wie wir festgestellt haben", sagt der Werkleiter.

Und das könne auch andernorts passieren, denn rund die Hälfte der Kanäle der Stadt sei sanierungsbedürftig. "Es ist keiner davor gefeit, dass ein Kanal den Geist aufgibt", so Przychodzki.

Und die Stadt investiere bereits jedes Jahr eine nicht unerhebliche Summe in die Erneuerung der Kanäle. Im Jahr 2016 sind dies laut dem Werkleiter rund drei Millionen Euro. "Das muss man fortsetzen und gegebenenfalls anpassen." Denn die Parkstraße beispielsweise habe bisher nicht im Fokus gestanden. Doch hier müsse der Kanal erneuert werden - schon im ersten Halbjahr 2017.