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| 17:46 Uhr

Spremberg
Schule im stetigen Wandel

Stefan Luther (16) und Paul Schiemenz (17) als chemiebegeisterte Elftklässer zeigen einigen möglichen künftigen Schülern Experimente im Chemielabor.
Stefan Luther (16) und Paul Schiemenz (17) als chemiebegeisterte Elftklässer zeigen einigen möglichen künftigen Schülern Experimente im Chemielabor. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg . Beim Tag der offenen Tür gibt es zahlreiche Informationen über das Spremberger Gymnasium. Von Anja Guhlan

Derzeit werden rund 580 Schüler der fünften bis zur zwölften Klasse von insgesamt 48 Lehrern am Erwin-Strittmatter-Gymnasium in Spremberg unterrichtet. Beim traditionellen Tag der offenen Tür am vergangenen Freitag präsentierten sich sowohl Schüler als Lehrer in allen Fachbereichen. Was auffällt: Schule ist im stetigen Wandel.

So wurde im vergangenen Jahr die Schule neu organisiert. Statt 45-Minuten-Unterricht nun durchgängige Doppelstundenblöcke und auch kein Klingelzeichen mehr. „Die neue Organisation kommt gut an und hat sich bewährt“, berichtet Schulleiterin Odette Urban. Auch Schüler wie der Neuntklässler Moritz Hamann (15) finden den Blockunterricht und das fehlende Klingelzeichen toll: „Da kann mehr und konzentrierter Wissen vermittelt und aufgenommen werden. Ohne Klingel ist es weniger Stress.“ Auch Lehrerin Angela Völkel, die Geschichte unterrichtet und seit 1992 an der Schule ist, meint: „Ich möchte nie wieder zum 45-Minuten-Unterricht zurück.“

Auch das Lehren und Lernen über das „Smartboard“ – eine multimediale Tafel, die ohne Kreide auskommt, dafür Videos abspielen und Präsentationen zeigen kann – hat sich am Spremberger Gymnasium eingespielt. „Wir sind komplett kreidefrei“, meint Schulleiterin Odette Urban. Der Zwölftklässler Kevin Lorenz (17) präsentiert beim Tag der offenen Tür das Arbeiten mit der „High-Tech-Tafel“ und das Schulsystem „Fronter“, wo Schüler, Lehrer aber auch Eltern Zugriff haben, um sich zu informieren oder auszutauschen. Aus Schülersicht haben das „Smartboard“ und „Fronter“ Vor- und Nachteile, je nachdem wie die Technik mitspielt oder der jeweilige Lehrer diese einsetzt. Für Schüler und Lehrer ist oft die Mischung wichtig. So setzt Deutschlehrerin Julia Schöning, die seit 2015 an der Schule ist,  manchmal die multimediale Tafel ein, greift aber auch auf Bücher zurück. Thematisch werden bei ihr sowohl klassische Literatur als auch neue Literatur vermittelt. „Gerade in der Literatur wie zum Beispiel bei dem Jugendroman „Die Wolke“, kann ich dann auch den dazugehörigen Trailer als Video zeigen, um Leseanreize zu geben und ein Bewusstsein für das Thema zu wecken.“

Keine Angst: Traditionelle Lehrmethoden gibt es auch noch. So experimentieren derzeitige Schüler wie Stefan Luther (16) und Paul Schiemenz (17) gerne im Chemie­unterricht, Martha-Marie Schmiedel (16) spricht gerne Französisch, Kevin Lorenz (17) mag mathematische Formeln. Eventuell künftige Schüler wie Tim Kamenz (9) aus Welzow probieren sich derweil schon an einem Geschichtsquiz am „Smartboard“ aus und schauen sich die musische  Bläserklasse genauer an oder lösen wie Leonie Kochan (11) aus Sergen auf Papier erstellte Aufgaben. Mit der „High-Tech-Tafel“ kommt sie auch gut klar. Der Fünftklässler Ben Louis Richter (11), der sich mit seinem Vater die Turnhalle ansieht, ist begeistert: „Hier könnte ich ab der siebenten Klasse toll Sport machen, mit Spaß Französisch lernen und ich würde die gleiche Schule wie Papa und Oma besuchen.“ Eltern wie Frank Richter aus Spremberg, der selbst gute Erfahrungen an der Schule gesammelt hat, zeigen sich beeindruckt.

Auch zwei der 87 Zwölftklässler, die diese Schule mit dem Abitur im Juni verlassen werden, bewerten das Lernumfeld positiv. „Die Zeit war echt schön“, meinen Celina Höhne und Anna Jabs (beide 18). Sie werden die Zeit am Spremberger Gymnasium vermissen, aber sich dank des guten Lernumfelds mit dem ereigneten Wissen neuen Aufgaben und Wegen widmen.