Die Schüler des Erwin-Strittmatter-Gymniums in Spremberg haben sich die Wahl nicht einfach gemacht. 1804 Euro waren nach dem Aktionstag „Genial Sozial“ im Jahr 2019 zusammengekommen. An diesem Tag kurz gehen sie in Vereine, Betrieb und Einrichtungen, zu hilfsbedürftigen Nachbarn oder sogar den Großeltern, um einfach mal zu helfen. Als Dankeschön für die erledigten Arbeiten kommen dann einige Spenden in der Schule an. Diese Spenden seien kein Muss, sagt Odette Urban, die Schulleiterin, aber auch zum zweiten Genial-Sozial-Tag viel Geld zusammengekommen. Der Förderverein der Schule stockte die „krumme Summe“, wie Odette Urban sagt, noch einmal auf 1900 Euro auf.

„Wir haben eine Weile gesucht, wem diese Spende wirklich helfen könnte und sind auf das Kinderhaus ,Pusteblume’ gekommen“, so Schulsprecher Jeffry Melchrick. Nach der Zustimmung in den Schulgremien konnte der Zehntklässler in dieser Woche gemeinsam mit Leonie Emilia Lehmann an Elisa Buchwald von der Johanniter-Unfall-Hilfe einen großen Spendenscheck überreichen.

Kosten für Kinderhaus gestiegen

Elisa Buchwald kümmert sich um das Fundraising der Johanniter, akquiriert Mittel und insbesondere Spenden. Die Johanniter, die bereits einen ambulanten Kinderhospizdienst für Südbrandenburg anbieten, versuchen seit 2012, die Idee von einem Kinderhaus mit einer palliativen und medizinischen Versorgung und pädagogischen Betreuung in Burg im Spreewald umzusetzen. Seit September 2018 wird auf 12 000 Quadratmetern gebaut. Die Eröffnung soll am 1. Mai mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden.

Elisa Buchwald hatten zur Spendenübergabe in Spremberg den Bauplan und Fotos vom Baufortschritt aus Burg mitgebracht und erklärte auch, warum das Haus an einen Dreiseitenhof erinnert und es viele große Fenster hat: „Niemand soll sich allein fühlen.“ Es werde das 18. Kinderhospiz bundesweit sein und das erste in Brandenburg. Doch die Johanniter sind auf Spenden angewiesen. „Von knapp 6 Millionen Euro zur Grundsteinlegung sind die Baukosten inzwischen auf 9,5 Millionen Euro gestiegen. Dabei haben wir schon einige Abstriche gemacht“, so Elisa Buchwald.

Schüler helfen Großeltern wie Vereinen

Das Erwin-Strittmatter-Gymnaium wird wie viele andere Spender einen Stein in einer geplanten Mauer am Kinderhaus „Pusteblume“ bekommen. Aber nicht nur das freute Jeffry und Leonie. Sondern es sei einfach toll, so die Schüler, mit dem Genial-Sozial-Tag gleich zweimal helfen zu können. Leonie hatte im Vorjahr ihre Großeltern unterstützt und 2018 im SOS-Kinderdorf Laubsdorf ein Fest mit vorbereitet. Jeffry hat bei seinem Sportverein, dem SV Döbern, einen Tag lang das Außengelände und den Rasen gepflegt und 2018 in seinem ehemaligen Kindergarten geholfen. Aber auch im Tierschutzligadorf an der B 97, in weiteren Kitas und Horten und in einer Physiotherapie konnten Schüler helfen. Für 2020 steht der Termin für den Genial-Sozial-Tag schon fest: Am 22. Juni wollen die Schüler wieder „helfen zu leben“.