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| 17:27 Uhr

Ärger um Unkraut in der Stadt
Grünpflege steht in der Kritik

Über das Unkraut am Bergmannsweg in Spremberg ärgerten sich Bewohner wie Klaus Kuffel. Inzwischen hat die Firma den Auftrag erledigt.  
Über das Unkraut am Bergmannsweg in Spremberg ärgerten sich Bewohner wie Klaus Kuffel. Inzwischen hat die Firma den Auftrag erledigt.   FOTO: Rene Wappler
Spremberg. Spremberger Kommunalpolitiker wollen Konsequenzen für künftige Verträge ziehen.

Der Spremberger Bauausschuss reagiert auf die Kritik vieler Einwohner an der mangelhaften Grünpflege in der Stadt. Künftige Verträge mit den zuständigen Firmen sollen bei Problemen ein Kürzen der Rechnung ermöglichen. Diesen Vorschlag hat in dieser Woche der Ausschussvorsitzende Peter Reininger (CDU) unterbreitet. Dafür gibt es einen konkreten Anlass.

Ilona Schulz von der Fraktion der Linken ärgert sich schon lange über die Grünpflege in Spremberg. Sie wohnt in der Nähe des Stadtparks, dessen Zustand sie bereits in den vergangenen Jahren beklagte. „Als die Firma von Wolfgang Brünsch dort die Pflege betrieb, gab es überhaupt keinen Grund zur Klage“, sagt sie. „Im Moment sieht die Kriegsgräberstätte so aus, dass man sich schämen muss.“

Ähnlich wie sie äußern sich Spremberger aus anderen Stadtteilen. Die Bewohner des Bergmannsweges wiesen mehrmals darauf hin, wie hoch das Unkraut an ihrer Straße sprießt, seitdem der Vertrag für die Grünpflege von der Firma aus Sellessen an das Unternehmen Lucia Dienstleistungsservice in Cottbus übergegangen ist. Zwar haben Fachleute des Betriebes das Unkraut am Bergmannsweg im Juli entfernt. Doch diesem Einsatz gingen monatelange Beschwerden der Einwohner voraus.

So zeigt sich auch Doritha Drews unzufrieden, die das Sachgebiet für Grünwesen im Rathaus leitet. „Wir hatten in den vergangenen zwei Jahren Probleme mit der zuständigen Firma“, erklärte sie am Montag bei der Konferenz des Bauausschusses im Bürgerhaus. „Der Vertrag endet in diesem Jahr.“ Eine neue öffentliche Ausschreibung werde darauf folgen. „Wir hoffen, dass wir dann verlässliche Partner finden“, sagte Doritha Drews. Zwar werden die Aufträge zur Grünpflege nach ihren Worten durchaus erledigt. Das geschehe jedoch erst „nach mehrmaliger Aufforderung und nicht zeitgerecht“. Damit bestätigte die Sachgebietsleiterin den Eindruck, von dem die Einwohner des Bergmannsweges berichtet hatten. „Die Firma kommt acht Wochen später als vereinbart, und die Bürger ärgern sich“, erklärte sie.

Darum plädierte der Ausschussvorsitzende Peter Reininger dafür, Konsequenzen für die nächste Ausschreibung zu ziehen und im Ernstfall mit Sanktionen gegenüber den Firmen zu arbeiten. Ob das so funktionieren wird, steht noch in Frage. Doritha Drews wandte ein: „Uns gehen allmählich auch die Firmen aus, die solche Arbeiten erledigen.“

Peter Reininger antwortete: „Das ist logisch, weil die Mitarbeiter dort nach Tarif bezahlt werden wollen.“ Beim Abschluss neuer Verträge sei es in Zukunft wohl angebracht, nicht nur die billigsten Angebote zu erwägen.

Auf diesen Aspekt war zuvor auch Benny Stobinski eingegangen, der für die Nächste Generation im Bauausschuss mitarbeitet. „Wir können nicht immer günstigere Angebote mit immer schlechterem Leistungsprofil erwarten.“

Ilona Schulz sprach sich unterdessen dafür aus, Schulklassen mit kleineren Grünpflegearbeiten an der Kriegsgräberstätte im Stadtpark zu betrauen. „Zum einen könnten sie auf diese Weise ihre Kasse aufbessern, und zum anderen würden solche Einsätze gleich zum Geschichtsverständnis beitragen.“

Zwar gab es Aktionen dieser Art bereits in der Vergangenheit, wie Sachgebietsleiterin Doritha Drews einwandte. Allerdings sehen sich die Mitarbeiter des Rathauses nach ihren Worten nicht in der Lage, dieses Modell finanziell zu vergüten,