Die Antwort von Umweltminister Frank Kupfer (CDU), die die Grünen Anfang Oktober in einer Pressemitteilung veröffentlichten, bezeichnet die umweltpolitische Sprecherin Gisela Kallenbach als "besorgniserregend". Aus ihr geht hervor, dass Überschussgewässer aus den Tagebauseen Bärwalde, Burghammer sowie die Speicher Knappenrode und Lohsa I in die Kleine Spree, den Schwarzen Schöps und in das Alte Schwarzwasser eingeleitet werden. Bedenklich ist der daraus entstehende Sulfatgehalt bei Burghammer. Dieser lag im Jahr 2011 im Durchschnitt bei 826 mg/l und damit fast doppelt so hoch wie es der Sulfat-Zielwert zwischen dem Land Brandenburg und Sachsen vorsieht.

Die festgestellten ökologischen Defizite in Spree und Schöps seien "das Ergebnis eines Komplexes verschiedener Ursachen und können dem Sulfat nicht anteilig zugeordnet werden", so Kupfer. Ein geeignetes Reinigungsverfahren gebe es momentan weltweit nicht. Das Wasser zu mischen, sei die Alternative. Der Meinung ist auch Dietmar Bräuer aus Burg. Bräuer engagiert sich in der Wassergruppe. Sein Vorschlag wäre, die kleine Spree in Burghammer einzuleiten. Wenn eine akute Sulfatbelastung tatsächlich vorliegen sollte, müsste einfach mehr Wasser in die Kleine Spree eingelassen werden. "So würde sich das Mischverhältnis verbessern", begründet Bräuer. Er fordert, dass das ursprüngliche Flussbett der Kleinen Spree wieder hergestellt wird - als Auslauf des Scheibe-Sees. Schließlich sei das auch im Abschlussbetriebsplan des Tagebaus Scheibe so festgeschrieben. Bis heute hat sich nichts getan. Der alte Graben "verockert" und verdreckt stattdessen zunehmend.

Braun gefärbt ist derzeit auch die Kleine Spree ab Burgneudorf bis zur Mündung in die Spree und die Spree ab Ruhlmühle bis zur Talsperre Spremberg. Eisen belastetes Wasser schwemmt hierbei in die Flüsse ein. Als Ursache gilt der Grundwasserwiederanstieg. Mögliche Maßnahmen für eine Reduzierung oder Beseitigung werden derzeit geprüft, sagt Umweltminister Kupfer. Da hier keine Erfahrungen vorliegen würden, sei eine kurzfristige Umsetzung nicht zu erwarten.

Zum Thema:
Nägel mit Köpfen will Dagmar Enkelmann, Parlamentarische Geschäftsführerin der Linksfraktion im Bundestag, bei der Debatte um die eisenhaltige Spree in der Spremberger Region machen: Dies hat sie am gestrigen Donnerstag bei einem Besuch in Spremberg versichert. "Wir haben bereits bei einer Veranstaltung in Burg im Spreewald über dieses Problem beraten", sagte sie. "Im Bund ist das Thema mittlerweile angekommen - und wir werden dafür sorgen, dass sich auch die Bundesregierung dessen annimmt." Der Spremberger Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) wolle ihr die nötigen Zahlen und Daten zuliefern, um dem Problem substanziell begegnen zu können. "Es ist gut, dass auch der Naturschutzbund immer wieder nachbohrt, wenn es um die eisenhaltige Spree geht", erklärte die Geschäftsführerin der Linksfraktion. René Wappler