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Grubenwasseranlage in Schwarze Pumpe wird neugebaut

Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe, Pläne für den Sammelzubringer Ost
Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe, Pläne für den Sammelzubringer Ost FOTO: LEAG
Schwarze Pumpe. In Schwarze Pumpe wird investiert. Die Grubenwasserbehandlungsanlage soll komplett erneuter werden. Rund zehn Millionen Euro nimmt Tagebaubetreiber Leag dafür in die Hand. bob

Nach rund 60 Jahren werden die Zuleitungssysteme für die Grubenwässer aus den Tagebauen Nochten und Welzow in der Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe komplett erneuert. Laut Lausitz Energie Kraftwerke AG (Leag) ist die Fertigstellung des rund zehn Millionen Euro kostenden Projekts bis Sommer 2019 geplant.

Das Vorhaben umfasst den Bau von zwei Sammelzubringern und einem Bauwerk, das die Wasserströme zusammenführt und gezielt weiterleitet. Je nach Qualität kann es als Kühlwasser im Kraftwerk genutzt oder der Papierfabrik Hamburger Rieger Spremberg zur Verfügung gestellt werden, die spezielle Anforderungen an Wasser für die Papiererzeugung hat.

In dem 70 Meter langen und mehr als sechs Meter hohen Sammelzubringer West kommt das Grubenwasser aus dem Tagebau Welzow-Süd und dem Zuständigkeitsbereich des Sanierungsunternehmens LMBV. Allein aus dem Tagebau Welzow-Süd wurden im vergangenen Jahr rund 60 Millionen Kubikmeter Grundwasser nach Schwarze Pumpe geleitet. Das entspricht laut Leag knapp 80 Prozent der gesamten Grubenwassermenge des Tagebaus. Für die LMBV wurden im Jahr 2016 knapp eine Million Kubikmeter behandelt.

Das neue Bauwerk ermöglicht laut Leag die Vorreinigung in einem Rundsandfang sowie die Kohlendioxid-Ausgasung mittels Kaskadenstufen und Kreiselbelüftern, wodurch der Bedarf an Neutralisationsmittel signifikant reduziert werden könne. "Die Möglichkeit, CO aus dem Grubenwasser austragen zu können, ist nicht neu für unsere Grubenwasserbehandlungsanlagen", wird Projektleiter Thomas Schumann in einer Leag-Information zitiert. "Mit dem Neuaufbau dieser zweistufigen Entgasungsstufe werden wir aber deutlich effizienter als wir es vorher waren. Sie ermöglicht uns im Behandlungsprozess weniger Kalkhydrat einzusetzen, wodurch die Gesamt- und Karbonathärte des aufbereiteten Wassers verringert werden kann." Dies würde vor allem im Kühlwasserkreislauf des Kraftwerkes eine effizientere Nutzung des Kühlwassers erlauben. Es würde weniger Wasser benötigt. Ein weiterer Vorteil sei die Trennung der Wasserqualitäten. Die fünf Rohwasserteilströme müssen unterschiedlich behandelt werden. "Das kann mit den neuen Bauwerken durch die Trennung der Wasserströme deutlich besser geschehen", erklärt Schumann.

Der Sammelzubringer Ost mit einer Länge von 26 Metern wird 2,2 Meter über Gelände liegen und sieben Meter tief sein. Ihm laufen zwei getrennte Wasserströme aus dem Tagebau Nochten sowie ein Wasserfassungsstrom aus Groß Luja zu, insgesamt 40 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr 2016. Im 18 Meter langen Zusammenführungsbauwerk werden die vorbehandelten Wasserströme getrennt behandelt, mit Kalkmilch neutralisiert und belüftet.

Unabhängig vom Bau muss die alte Grubenwasserreinigungsanalge weiterhin laufen, was eine technische und logistische Herausforderung für die Baufirmen darstellt. Die neuen Anlagenteile müssen im Sommer 2019 ohne Unterbrechung des Aufbereitungsprozesses in Betrieb gehen.