ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:56 Uhr

Spremberg
Großes Kino mit Kurzfilmen

Premiere der Kurzfilme der Filmschüler der Filmschule Lausitziale in Spremberg
Premiere der Kurzfilme der Filmschüler der Filmschule Lausitziale in Spremberg FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Kameramann Andreas Köfer gibt in der Filmschule der Lausitziale sein Wissen weiter. Nun feiern die selbstgedrehten Kurzfilme der Schüler in Spremberg ihre Premiere. Von Anja Guhlan

Fünf Kurzfilme mit einer Länge von fünf Minuten haben am vergangenen Freitag im Spremberger Speicher ihre Premiere erlebt. Zwei Jahre lang arbeiteten die Filmschüler des zweiten Jahrgangs an ihren Projekten.

„Ich bin unheimlich glücklich, dass wir nun die Kurzfilme präsentieren können“, sagt der Leiter, Lehrer und bekannte Kameramann Andreas Köfer. Ohne viele Worte kommen die gezeigten Kurzfilme aus. Zunächst können die rund 85 Besucher in der dritten Etage des Speichers die beiden Kurzfilme „Blind Date“ von Lara Kantor und „Steh zu dir“ von Julia Völker ansehen. Die Schülerinnen gehören zum ersten Jahrgang der Filmschule und haben aus Köfers Sicht  gelungene Kurzfilme produziert.

Aber auch die Kurzfilme des zweiten Jahrgangs können sich sehen lassen. So flimmert als Erstes der Film „Tischgespräch“ von Lara Antonia Tietz über die Leinwand. Zwei Personen gegenüber an einem Tisch streiten.  Sowohl Mann, als auch Frau reden jedoch kein Wort miteinander. Der Betrachter hört viel mehr andere Geräusche und kann in der Mimik und Gestik der Darsteller ihre Gefühle erahnen.

Plötzlich ist Gebärdensprache zu erkennen und es wird klar: Zwei Gehörlose sitzen sich da gegenüber. Am Ende gibt’s Applaus vom Publikum. „Sehr interessant, wie das Tischgespräch ganz non-verbal dargestellt wurde“, bemerkt ein Zuschauer. Ein anderer gibt zu, anfangs verwirrt gewesen zu sein, findet die Erzählweise des Films aber spannend.

Andreas Köfer spricht von einer „Symphonie der Geräusche“. Die 17-jährige Filmschülerin freut sich über das durchweg positive Urteil des Publikums. Um es möglichst authentisch darzustellen, hat sie sich als Darsteller keine Schauspieler, sondern echte Gehörlose ausgesucht. Über den Gehörlosenverband hat sie Kay Schröter kennengelernt, der mit seiner Freundin zu sehen ist.

Der zweite Kurzfilm „Nacht“ von  Hanna Schulz befasst sich mit dem Thema Angst. Alleine nachts durch eine dunkle Gasse zu laufen, erfordert Mut. Die gezeigten Bilder erzeugen Spannung und hinterlassen bei dem ein oder anderen Zuschauer Gänsehaut. „Sehr spannend, vor allem das offene Ende“, bemerkt eine Zuschauerin. Das lasse viel Interpretationsspielraum zu. Die 18-jährige Hanna Schulz hat sich bewusst dafür entschieden, weil Gefahr für jeden etwas anderes bedeute, sagt sie. „Angst in einem Film zu erzählen, ist nicht einfach umzusetzen. Es braucht viele Bilder. Hanna hat das fantastisch gelöst“, lobt Köfer.

Auch der dritte Kurzfilm „So nah, so fern“ von Alexandra Gafke bekommt viel Applaus. Der Film erzählt von einer älteren Frau, gespielt von Carmen-Maja Antoni, die sich mit dem Gedanken beschäftigt, ihr eigenes Heim aufzugeben und in ein Pflegeheim zu ziehen.

„Für eine junge Filmemacherin ein sehr schweres Thema“, urteilt eine Zuschauerin. Für Alexandra Gafke selbst ist das Thema jedoch eine Herzensangelegenheit, denn die Idee entstand aus einer persönlichen Erfahrung in ihrem nahen Umfeld.

Eine andere Zuschauerin will gleich wissen, wie sie solch eine berühmte Schauspielerin gewinnen konnte.  „Da hatte ich viel Glück. Zunächst der Kontakt durch Andreas Köfer, und Carmen-Maja Antoni hatte auch Zeit und fand mein Drehbuch gut“, erzählt die 18-Jährige.

Am Ende nochmal viel Applaus von allen Zuschauern für alle gezeigten Filme. Bürgermeisterin Christine Herntier lobt die Filmarbeiten mit den Worten: „Das war wirklich ganz großes Kino“. Auch Lehrerin Ingrid Michel ist begeistert: „Alle Filmschüler, die auch unsere Gymnasiasten sind, haben hier wirklich viel Engagement und Können gezeigt. Großartig.“

Andreas Köfer beschäftigt sich indessen schon mit dem dritten Jahrgang in der Filmschule. Sieben Schüler haben bereits ihre Theorie absolviert und schreiben derzeit an ihren Drehbüchern. Für Hanna, Alexandra und Lara geht mit der Premiere die Zeit  in der Filmschule zu Ende. Zwei von ihnen streben sogar ein Studium in der Szenographie und Drehbuchschreiben an.