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| 18:24 Uhr

Erst die Arbeit
Großer Zirkus am Rand von Spremberg

 In knapp sieben Stunden wird das über zehn Meter hohe Zelt aus dem Boden gestampft, in dem später Jung und Alt auf ihre Kosten kommen sollen.
In knapp sieben Stunden wird das über zehn Meter hohe Zelt aus dem Boden gestampft, in dem später Jung und Alt auf ihre Kosten kommen sollen. FOTO: LR / Marcel Laggai
Spremberg. Die Zuschauer dürfen sich auf ein fulminantes Programm freuen, aber vorher müssen die Schausteller ordentlich anpacken. Von Marcel Laggai

Schwere Eisenstangen, meterlange Seile, großflächige Zeltplanen und allerhand Muskelkraft sind nötig, um die Wirkungsstätte des Zirkus Aeros förmlich aus dem Boden zu stampfen. Der Zirkus gastiertvon heute an bis Sonntag auf dem Festplatz an der Kraftwerkstraße. Doch bevor sich um 17 Uhr der Vorhang für die Premiere öffnet, musste das Zirkus-Team ordentlich anpacken. Unter den strengen Blicken von Michael Frank muss jeder Handgriff sitzen. Der 36-Jährige ist sozusagen der Herr des Zeltes, Hausmeister, Tontechniker und Musiker – eben ein echtes Multitalent. „Wenn man im Zirkus-Gewerbe groß wird, dann wächst man da eben so rein“, erklärt der Zeltmeister, der selbstverständlich auch beim Zeltaufbau mitwirkt.

Trotz der unzähligen Einzelteile behält Frank die Ruhe und lotst jedes „Puzzleteil“ an seinen Platz. So lassen insgesamt vier Hauptmasten, circa 120 Eisenpfähle, 18 Sturmstangen das 13 Meter hohe Zelt allmählich in die Höhe wachsen. „Wenn alles glatt läuft, dann brauchen wir knapp sieben Stunden und das Zelt steht fertig an seinem Platz“, so der Zeltmeister, der sehr angetan ist vom sonnigen Wetter in Spremberg. So gehe die Arbeit natürlich leichter von der Hand.

Die eigentliche Arbeit ging für das Zirkus-Team allerdings schon am Dienstag los, wie Frank berichtet. „Wir sind hier angekommen, haben die ersten Wagen in Position gestellt und dann wurde auch schon das Tierzelt aufgestellt.“ Obwohl die Transportwagen alle tierrechtlichen Standards erfüllen würden, hätte dieser Aufbau stets Priorität, beteuert Frank. In dem 50 mal 20 Meter großen Stallzelt ist genug Platz für Zebras, exotische Rinder, Kamele, Pferde, Lamas und dem Maskottchen des Zirkus, dem Esel Hansi. An jedem neuen Standort würde zudem das Wohlbefinden der Tiere vom örtlichen Veterinäramt geprüft, fügt der 36-Jährige hinzu.

Die über 30 Tiere gehören indes ebenso zum klassischen Zirkus-Repertoire, wie eine Clown-Show oder Jonglage. Und selbstverständlich gebe es auch eine waghalsige Darbietung der Artisten, wie Frank hervorhebt. Nicht ohne Grund, sind es doch auch seine Zwillingstöchter, die dabei durch die Lüfte wirbeln. Was dem stolzen Vater nicht immer leichtfällt, wie er gesteht. „Da fiebere ich schon immer mit, aber in der ‚Not’ gibt es ja verlässliche Sicherheitsseile.“ Mit den Töchtern sorgt mittlerweile schon die siebte Generation dafür, die Zuschauer in Staunen zu versetzen und ihnen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Für den Schausteller „der größte Lohn“ und Ansporn, „immer neue Shows zu entwickeln.“

Darüber hinaus sorgt aber auch moderne Technik dafür, dass die zweistündige Show für alle Generationen ein Erlebnis wird. „Die Strahler könnte man auch in einer Disko einsetzen“, so Frank, der ebenfalls auf die Liveband verweist, die heutzutage nicht mehr jeder Zirkus im „Gepäck“ hätte.

 In knapp sieben Stunden wird das über zehn Meter hohe Zelt aus dem Boden gestampft, in dem später Jung und Alt auf ihre Kosten kommen sollen.
In knapp sieben Stunden wird das über zehn Meter hohe Zelt aus dem Boden gestampft, in dem später Jung und Alt auf ihre Kosten kommen sollen. FOTO: LR / Marcel Laggai