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| 22:30 Uhr

Steinfest Klein Buckow
Große „Brandschutzkontrolle“ in Klein Buckow

 Für Reinhard Kaeske, Klein Buckows letzten Feuerwehrleiter, bevor das Dorf abgebaggert wurde, stehen sie am Samstag Spalier.
Für Reinhard Kaeske, Klein Buckows letzten Feuerwehrleiter, bevor das Dorf abgebaggert wurde, stehen sie am Samstag Spalier. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Zum Steinfest gibt es acht Kuchen, vielen Mützen und so manchen flotten Spruch. Von Annett Igel-Allzeit

Ines Betker lüftet keck ihr Feuerwehrmützchen, als Reinhard Kaeske sie lange anschaut. Das Mützchen stehe ihr gut, lobt der 69-Jährige. Sie haben sämtliche Mützen und anderen Utensilien der DDR-Feuerwehr zusammengesammelt, um zum diesjährigen Steinfest der Klein Buckower als Jugendclub- und Feuerwehrtruppe auftreten zu können. „1985/86, als wir unser Dorf verlassen mussten, waren wir auch die letzte Jugendclub-Gruppe“, erzählt Ines Betker. Mehr als 60 Gäste kommen pünktlich. Acht Kuchen konnten die Frauen backen. Weil diesmal die die Feuerwehr im Mittelpunkt steht, kommt sogar eine kleine Abordnung der Freiwillige Feuerwehr Spremberg um Torsten Wojtkowiak angedüst. „Damit ist ist das Grillen gesichert“, witzelt Olaf Preuße.

Die Klein Buckower sind ein lustiges Völkchen. Sprüche wie „Lieber dem Lockruf der Sirene folgen als den Anweisungen des Hausdrachens“ und „Wir haben die größten Hupen, die längsten Schläuche, können am weitesten spritzen und holen auch Ihre Muschi vom Baum“ hängen an der Festzeltplane. Aber was es mit dem „Club der Freien Liebe“, dessen Schild im Gasthaus über dem Ausgang gehangen haben soll, auf sich hatte, sagt niemand: „Die einen sind zu jung, um den Club gekannt zu haben. Und die Älteren hüllen sich in Schweigen“, seufzt Ines Betker. Olaf Preuße zuckt mit den Schultern: „Klein Buckow war schon immer etwas fortschrittlicher.“

Im Februar treffen sie sich zu Lesungen aus der Dorfchronik, im Sommer lockt das Steinfest, zwischendurch meistern sie Arbeitseinsätze. Für Programme haben sie immer wieder Ideen. Sie trugen schon Kleider und Röcke ihrer einstigen Dorfschneiderin zusammen. Fischerfest wie einst am Unkengrund haben sie 2018 gefeiert. Am Samstag setzten Bettina Körner und Detlef Raack ihre Feuerwehrmützen und besonders strenge Brillen auf. Als „Brandschutzkontrolle“ zogen sie von Tisch zu Tisch, schimpften über Wäsche am Ofenrohr, Küken im Backofen und verschwundene Feuerhaken.

 Für Reinhard Kaeske, Klein Buckows letzten Feuerwehrleiter, bevor das Dorf abgebaggert wurde, standen sie am Samstag Spalier.
Für Reinhard Kaeske, Klein Buckows letzten Feuerwehrleiter, bevor das Dorf abgebaggert wurde, standen sie am Samstag Spalier. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit