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Groß Kölzig lädt zur Zeitreise ein

Michael Weiß und Wolfgang Grätz haben für neue Info-Tafeln gesorgt.
Michael Weiß und Wolfgang Grätz haben für neue Info-Tafeln gesorgt. FOTO: aha1
Neiße-Malxetal. Zu später Stunde können Besucher demnächst eine Zeitreise in die Vergangenheit Groß Kölzigs unternehmen. Am Samstag, 16. September, öffnen dort zur Museumsnacht gleich zwei Ausstellungsbereiche für Neugierige. Angela Hanschke / aha1

Bereits zum dritten Mal weicht Groß Kölzig damit vom offiziellen Museumsnacht-Wochenende im Landkreis ab. "Um den Einwohnern der Gemeinde auch eine Visite beim zeitgleich stattfindenden Brückenfest an der Neiße zu ermöglichen. Das ist ebenfalls ein Besuchermagnet in der unmittelbaren Region und findet bei den Groß Kölzigern stets großen Zuspruch", begründen die Heimatfreunde ihre Entscheidung.

Geschichte für die kommenden Generationen zu bewahren, sehen die ehrenamtlichen Forscher als ihren Auftrag an. Seit 17 Jahren besteht die Heimatstube. Sie wurde immer wieder mit großem Zeitaufwand, Kraft und Leidenschaft - anfangs mit nur fünf Mitstreitern um ihren geistigen Vater Wolfgang Grätz - umgebaut und in den einzelnen Bereichen neu gestaltet, um stets Interesse zu wecken. "Dennoch haben wir auch nach der Eröffnung der Hayasche, unserem zweiten Standort, an unserer Konzeption festgehalten", so Michael Weiß von der Arbeitsgemeinschaft. Unter dem Motto "Darstellung der Entwicklung eines kleinen Ortes im Südosten der Niederlausitz vom sorbisch/wendischen Runddorf zur Industriegemeinde" werde in beiden räumlich getrennten Bereichen anschaulich erlebbare Regionalgeschichte vermittelt.

Ab 18 Uhr kann die Ausstellung in der Hayasche in der Muskauer Straße besichtigt werden. Im Mittelpunkt steht neben Exponaten auch ein Kurzvortrag zu den Anfängen der Besiedlung in der Gemarkung Groß Kölzig und zum Leben und Arbeiten in längst vergangener Zeit. 90 Minuten später wird von der alten Heeresstraße zum Siedlungskern an der hochbetagten Prangerlinde gewandert. Um 20 Uhr heißt es im Ausstellungsbereich "Alte Schule" am Dorfplatz: "Aus alten Groß Kölziger Schultagen von der Reformation bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts". "Groß Kölzig gehört nachweislich zu den ältesten ländlichen Schulorten der Niederlausitz und blickt auf eine lange wechselvolle Schulgeschichte zurück, die wir ebenfalls in einem Kurzvortrag darstellen wollen", betont Wolfgang Grätz. Für Kinder werden zur gleichen Zeit Spiele, Märchen und Sagenhaftes geboten. Neben Schautafeln zur Schulgeschichte gibt es auch drei Informationstafeln, die die Heimatlandschaft und die Geologie des Muskauer Faltenbogens einschließlich sämtlicher Erscheinungsformen der Bergbaufolgelandschaft in Wort und Bild vorstellen. Michael Weiß hat maßgeblichen Anteil an ihrer Gestaltung. Und natürlich sorgen die Veranstalter gegen einen Obolus für Speisen und Getränke.

Nicht nur die Vielzahl der bisherigen Sonderausstellungen, sondern auch zwei bis drei jährliche Wanderungen beziehungsweise Fahrradexkursionen zur Landschaft und Geschichte der Region wurden das Markenzeichen der Groß Kölziger Heimatstube. Weit mehr als 2000 Teilnehmer konnte die relativ kleine Einrichtung bislang verzeichnen. Am Sonntag, 17. September, dem Tag des Geotops, wird eine dreistündige Wanderung durch den nordwestlichen Teil des Muskauer Faltenbogens zum Kranichsee angeboten. Losgewandert wird um 9.30 Uhr an der Alten Ziegelei in Klein Kölzig. Anmeldungen sind bis zum 9. September persönlich oder unter folgenden Telefonnummern erbeten: 035600 5111, 035600 6676, 035600 5220, 035600 5624 oder 0172 3652105.