25 Einfamilienhäuser hatte der junge Täter aus Spremberg aufgebrochen, bevor ihn die Polizeibeamten fassten. "Viele Eigentümer machten es ihm ziemlich einfach", erklärt Kriminalhauptkommissar Marco Mette. "Oft war nicht einmal die Haustür abgeschlossen, sodass er schnell hineinkam und die Taschen im Flur durchsuchen konnte." Mit dem Raubzug finanzierte der Einbrecher seinen Drogenkonsum.

Die Folgen der Grenzkriminalität sind nach den Worten von Marco Mette inzwischen auch in Spremberg klar zu spüren. Er spricht von regelrechten Banden, die es auf Fahrräder und Wertsachen abgesehen haben und dafür Keller und Schuppen in der ganzen Stadt plündern. "Wir arbeiten mit unseren polnischen Kollegen zusammen, um die Vertriebswege zu erkennen und den Sumpf auszutrocknen", erläutert der Polizeibeamte.

Die Zahl der Ladendiebe in Spremberg ist in diesem Jahr schon um 100 Fälle gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Doch auch für 2013 verzeichnet die Polizei eine sprunghafte Zunahme von Delikten — um 39,7 Prozent. Insgesamt registrierte sie 1922 Fälle in Spremberg, von denen sie 44,7 Prozent aufklären konnte. Aus Welzow meldet die Polizei für das Jahr 2013 exakt 231 Fälle.

Im Zeitraum von 2009 bis 2013 wurden in Spremberg 638 gestohlene Fahrräder gemeldet. 275 Anzeigen bezogen sich auf Diebstähle aus Firmen, 105 auf Diebstähle aus Gärten. In 115 Fällen brachen die Täter in Wohnungen ein. 116 Fahrzeuge verschwanden.

Wie Marco Mette von der Polizei weiter erläutert, war Spremberg die erste Stadt im Land Brandenburg, in der sich der Vertriebsweg der Droge Crystal aus dem Süden in Berliner Richtung bemerkbar machte. "Bezogen auf den Preis reden wir hier über eine ganz andere Dimension als bei Marihuana ", sagt er. Ein Gramm Crystal kostet einen Abhängigen um die 80 Euro — ungefähr zehn Mal so viel wie die gleiche Menge Marihuana.

Wie im Fall der geplünderten Einfamilienhäuser in der Spremberger Region gelingt es der Polizei mitunter, die Einbrecher auf frischer Tat zu stellen: So überraschten die Beamten eine Gruppe von Kriminellen, die am Kollerberg ein Dutzend Keller geöffnet hatte, um Fahrräder zu stehlen. Ein Einbrecher, der mehrere Gartenlauben und Sportgaststätten in Spremberg heimgesucht hatte, ging der Polizei in diesem Jahr ins Netz.

Doch diese Erfolge können die Zahl der Straftaten offenbar nicht eindämmen. Darauf wies am gestrigen Mittwoch der Spremberger CDU-Fraktionschef Andreas Bränzel hin, als Marco Mette und die Chefin der Polizeiinspektion, Bettina Groß, den Stadtverordneten die jüngste Kriminalitätsstatistik vorstellten. "Hat die zunehmende Zahl der Straftaten denn Folgen für die Polizeireform?", fragte Andreas Bränzel. "Auch unsere Stadt ist ja vom Abzug von Personal bei der Polizei betroffen."

Die Chefin der Polizeiinspektion erwiderte: "Die Polizeireform, wie sie zu Beginn angelegt war, ging von anderen Prämissen aus, als wir sie heute antreffen." So habe die damalige Prognose noch von einer sinkenden Zahl der Straftaten gesprochen, da ja auch die Zahl der Einwohner abnehme. Diese Position vertrat neben anderen Politikern der damalige SPD-Innenminister des Landes Brandenburg, Reinhard Speer.

Die Polizeireform werde nun jedoch noch einmal neu bewertet, erklärte Bettina Groß am Mittwoch vor den Spremberger Stadtverordneten. Zugleich gab sie zu bedenken: "Gerade bei den Einbruchsdelikten bemerken wir in der gesamten Bundesrepublik seit fünf bis sechs Jahren einen recht hohen Anstieg — zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen."