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Gestohlenes Auto rast auf Haus zu

Der Schaden beläuft sich auf mehr als 10 000 Euro.
Der Schaden beläuft sich auf mehr als 10 000 Euro. FOTO: Moschall
Schwarze Pumpe. Eine Familie aus Schwarze Pumpe schreckt mitten in der Nacht auf und findet sich in einem Albtraum wieder: Auf ihr Grundstück rast ein Auto, reißt den Zaun nieder, brettert in den Carport hinein. René Wappler

So erlebten es Frank Moschall, seine Frau und die Tochter am Sonnabend, 17. Juni, gegen 1.10 Uhr. Der Fahrer und die beiden Passagiere des Autos flohen sofort vom Grundstück. Nun ermittelt die Polizei. Von einem "mörderischen Knall" berichtet Frank Moschall, als er eine Woche später über das Grundstück läuft, wo sich die Reifenspuren tief in den Stein eingegraben haben und von der Schreckensnacht zeugen. Nur drei Meter fehlten vom Carport, der das Auto aufhielt, zum Fenster des Zimmers, in dem die Tochter wohnt.

"Ein schwarzer Ford ist in den Zaun reingerast", sagt Frank Moschall. "Die Pfeiler vom Carport hat er dabei umgeknickt, als wären sie Streichhölzer." Den Zweitwagen der Familie schob das Auto weg, riss dabei einen weiteren Pfeiler aus. Aus dem Fenster in der zweiten Etage des Hauses sah das Ehepaar, wie der Beifahrer und eine Frau ausstiegen, wie die Frau eine Bierflasche fallen ließ, wie der Fahrer dann das Auto zurücksetzte, die Frau und den Mann auf der Flucht an der letzten Laterne in der Fritz-Schulz-Straße einsammelte und mit dem beschädigten Ford davonraste. Noch am nächsten Morgen entdeckten die Bewohner etliche Fahrzeugteile auf der Straße, die unterwegs vom Auto abgefallen fahren.

Auf mindestens 10 000 Euro schätzt Frank Moschall den Schaden, der bei dem Unfall entstand. "Da ist unser Zweitwagen allerdings noch nicht mit eingerechnet, der unter dem Carport stand", sagt er.

Mitunter liegt er nun nachts wach, horcht in die Stille hinein und denkt: Gleich knallt es wieder. Vielleicht rühre diese Unruhe daher, dass sich so ein Schock eingräbt, mutmaßt er.

So viel wissen die Polizeibeamten inzwischen zu diesem Fall: Sie bestätigen, dass im Fahrzeug "zwei männliche und eine weibliche Person saßen", wie Torsten Wendt von der Pressestelle mitteilt. Beim Auto, dem schwarzen Ford, handelt es sich demnach um ein gestohlenes Fahrzeug, das der Eigentümer bereits seit dem Frühjahr vermisst. So liegt die Vermutung nahe, dass der Dieb zu den Insassen zählte, die am vergangenen Wochenende auf das Grundstück in Schwarze Pumpe rasten.

Zwar bedauert Frank Moschall den Umstand, dass die Polizei den Fall nicht sofort öffentlich machte. "Ein solcher Schritt hätte die Aufklärung vielleicht erleichtert", gibt er zu bedenken. "Indirekt war ja auch unser Leben gefährdet."

Doch Torsten Wendt von der Pressestelle der Polizei sagt, die Beamten hätten alle Spuren im Blick: "Die Ermittlungen laufen, auch die Zeugen wurden bereits gehört." Ob die Ermittler damit jedoch schon Hinweise auf die genaue Herkunft des geflohenen Unfall-Trios sammeln konnten, bleibt vorerst unklar.