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| 02:38 Uhr

Geschenk-Idee begeistert Reisende

Marlies Kregelin präsentiert gemeinsam mit ihrem Enkel Jonas die Geschenke aus Ellmau in Österreich.
Marlies Kregelin präsentiert gemeinsam mit ihrem Enkel Jonas die Geschenke aus Ellmau in Österreich. FOTO: René Wappler
Spremberg. Verblüfft zeigt sich Marlies Kregelin aus Spremberg darüber, wie fürstlich sie im österreichischen Ellmau behandelt wurde: Da sie ihre zehnte Urlaubsreise in den Ort unternahm, wurde sie von den Touristikern mit Geschenken überhäuft. "Von dieser Gastfreundschaft könnten wir uns doch was abgucken", sagt sie. René Wappler

Nein, so etwas hat Marlies Kregelin noch nicht erlebt. Sie legt die Papiertüte auf den Tisch und zaubert die Belege der österreichischen Freundlichkeit hervor. Eine gerahmte Urkunde mit der Aufschrift "Vielen Dank für zehn Jahre Urlaubstreue am Wilden Kaiser". Ein edles Holzkästchen mit Heu, in das zehn Taler eingebettet sind - Münzen im Wert von je zwei Euro, die Marlies Kregelin in ausgewählten Geschäften von Ellmau einlösen kann. Und ein Gutschein der Pension für einen dreitägigen Aufenthalt.

"Und das alles, weil wir seit zehn Jahren unseren Skiurlaub in diesem Ort verbringen", sagt Marlies Kregelin. "Ich bin immer noch gerührt." Es seien nun mal freundliche Gesten wie diese, die sich unter den Touristen herumsprechen - und die dazu beitragen, dass sie sich schon bei der Abreise auf den nächsten Urlaub an ihrem Lieblingsziel freuen.

Und so lässt Marlies Kregelin seit ihrer Rückkehr nach Spremberg ein Gedanke nicht mehr los: Wie wäre es, wenn sich die Spremberger Touristiker und Unternehmer vom österreichischen Beispiel inspirieren ließen?

Auch Sabine Rackel vom Vorstand des Spremberger Fremdenverkehrsvereins nimmt die Episode aus Ellmau mit Interesse zur Kenntnis. Noch vor einem Jahr hielt sie eine Brandrede vor den Stadtverordneten: Die Kommune spare sich tot, was verheerende Folgen für den Tourismus nach sich ziehen könnte. Es fehle an wirkungsvollem Marketing und an Arbeitskräften.

Damals zeigten sich viele Politiker verblüfft über die harschen Worte, mit denen Sabine Rackel sie aufrütteln wollte. Doch offenbar hatte sie mit dieser Methode Erfolg. "Viele Leute waren vorher der Meinung, dass der Tourismus in unserer Region schon irgendwie funktionieren wird", sagt Sabine Rackel. "Diese Einstellung hat sich mittlerweile grundlegend geändert - zu unserem Glück."

Auch der Bericht von Marlies Kregelin aus dem österreichischen Urlaubsort inspiriert das Vorstandsmitglied des Fremdenverkehrsvereins: Sabine Rackel will die Episode von den rührenden Treue-Geschenken der Gastgeber in der nächsten Hauptversammlung schildern.

"Zwar bräuchten wir ähnlich wie in Ellmau eine zentrale Stelle, die mit Erlaubnis der Touristen deren Daten erfasst", gibt sie zu bedenken. "Nun haben wir aber auch einen Anstoß, mal über diese Idee zu beraten."

Zugleich haben die Mitglieder des Spremberger Fremdenverkehrsvereins für dieses Jahr einige neue Projekte aus der Taufe gehoben, die schon in der Ankündigung auf Anklang bei den Besuchern der Stadt treffen. Ab März findet an jedem ersten Samstag im Monat eine geführte Wanderung auf den Spuren des Schriftstellers Erwin Strittmatter statt, für die sich Interessenten bei der Touristinformation anmelden können. Als "Selbstläufer" hat sich unterdessen das Wanderwegefest in Spremberg etabliert, wie Sabine Rackel feststellt.

Freuen würde sich Marlies Kregelin, wenn ihr kleiner Reisebericht aus dem österreichischen Urlaubsort Widerhall in Spremberg fände. "Gute Ideen können wir doch aufgreifen, wenn sie sich auch in unserer Heimat in die Tat umsetzen lassen", sagt sie.

Auch der Spremberger CDU-Politiker Klaus-Peter Schulze, der im Tourismusausschuss des Bundestages mitarbeitet, findet diesen Gedanken interessant. "In radtouristischen Gebieten wie bei uns gibt es zwar weniger Gäste, die häufig wiederkommen, als in den klassischen Skigebieten", sagt er. "Trotzdem gefällt mir diese freundliche Geste, besonders treue Touristen zu belohnen - zum Beispiel am Spremberger Stausee."