Jürgen Maresch, der vor seinem Eintritt in die Politik selbst als Polizeibeamter arbeitete, erklärt dazu: "Dieses Urteil empört mich maßlos." Seit Jahren beobachten nach seinen Worten Polizeibeamte und Gewerkschaften ein massives Ansteigen von physischer und psychischer Gewalt gegen Polizeibeamte: Wie der Abgeordnete der Linken berichtet, werden im Land Brandenburg pro Jahr durchschnittlich 1000 Polizisten zum Opfer von Straftaten.

Deshalb sagt Jürgen Maresch: "Gewalt gegen Polizeibeamte ist eben kein Kavaliersdelikt." Wer gegen einen Hoheitsträger eines Staates in Ausübung seines Dienstes Gewalt ausübe, begehe eine Körperverletzung, die besonders hart zu ahnden sei - und nicht mit einer Geldstrafe von 200 Euro. "Solche Urteile zerstören meiner Meinung nach Vertrauen, und dies sollte die unabhängige Judikative endlich einmal begreifen", erläutert der Landtagsabgeordnete.

Mehrere Zeugen hatten am Montag dieser Woche am Cottbuser Amtsgericht von den Einzelheiten des Übergriffs auf den Polizeibeamten berichtet. So habe Martin G. nach einem Platzverweis am Spremberger Kollerberg einen Polizeibeamten attackiert, so dass dieser zu Boden ging. Martin G. wollte sich selbst nicht zu den Vorwürfen äußern. Das Amtsgericht hatte ihn bereits im Juni wegen schwerer Körperverletzung, Nötigung und Propagandadelikten zu einer neunmonatigen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt: Es sei erwiesen, dass er im Jahr 2012 in Terpe bei einer Feier vier Besucher verletzt und mit gestrecktem Arm "Heil Hitler" gerufen habe. René Wappler