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| 01:48 Uhr

Georgios Wlachopulos saniert Kunstwerk für Spremberg

Spremberg. Platte für Platte frischt Georgios Wlachopulos (69) in seinem Kotschkaer Atelier auf. Inzwischen an die Nordsee gezogen, kommt er immer wieder für einige Tage in den Elsterwerdaer Ortsteil, um ein Emaille-Wandbild aufzuarbeiten, das im nächsten Monat in Spremberg wieder in früherer Pracht an einer Wand des Hauses der Vereine am Puschkinplatz prangen soll. Von Antje Posern

Dass das aus dem Jahr 1975 stammende Kunstwerk des gebürtigen Griechen, der in Leipzig studierte, in Elsterwerda ansässig und an vielen Orten der Lausitz tätig wurde, erhalten bleibt, freut den Künstler sehr. „Als ich damals den Anruf aus Spremberg erhielt, war das schon ein tolles Gefühl“, sagt Georgios Wlachopulos. Die Stadt hatte sich entschieden, das Wandbild zum nach wie vor aktuellen Thema „Kohle – Chemie – Energie“ vom ehemaligen Arbeiterwohnheim des Gaskombinates Schwarze Pumpe aufzubewahren und an geeignetem Platz wieder aufzuhängen. Dieser ist mit dem Haus der Vereine am Puschkinplatz gefunden worden.

Im Juni 2007 wurde mit hohem technischen Aufwand das in zwei große Segmente zerlegte Kunstwerk vom Arbeiterwohnheim demontiert. Georgios Wlachopulos war dafür eigens nach Spremberg gekommen, um die Arbeiten zu verfolgen und mit seinem Fotoapparat zu dokumentieren.

Er sei überrascht gewesen, wie gut die 120 Platten, aus denen das drei mal zehn Meter hohe Wandbild besteht, drei Jahrzehnte lang Sonneneinstrahlung, Wind und Regen getrotzt haben. Diese aufzufrischen, hat Georgios Wlachopulos selbst übernommen. Seit Mai arbeitet der inzwischen in Norddeutschland lebende Künstler, den es dennoch immer wieder in sein Atelier nach Kotschka zieht, an der Sanierung der 50 mal 50 Zentimeter großen Metallplatten. Inzwischen sind alle gesäubert, etwa zwei Drittel sehen schon wieder wie neu aus. Rückseite und Ränder erhalten einen neuen Schutzanstrich. Wenn sie erst mal miteinander verschraubt, auf der Unterkonstruktion angebracht und aufgehängt sind, soll das Kunstwerk durchaus weitere Jahrzehnte der Witterung standhalten.

Für die farbigen, einst in der Kunst PGH in Seidewinkel bei Hoyerswerda gebrannten Oberflächen sieht Georgios Wlachopulos weniger Gefahr. Emaille habe eine lange Lebensdauer und sei farbbeständig.

Platte für Platte nimmt er sich vor, untersucht sie nach Beschädigungen. Meist seien das kleinere Roststellen, die er mit Kaltemaille ausbessert. Dabei mischt er so lange, bis er den benötigten Farbton des Originals trifft. „Eine reine Fleißarbeit“, kommentiert Wlachopulos, der gespannt ist, wie sein Kunstwerk an der neuen Hauswand wirken wird.