ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:41 Uhr

Spree/Neiße
Meto Nowak bangt um sorbisch-wendischen Topf

Spree/Neiße. Geld für zweisprachige Schilder wird wenig beantragt. Von Annett Igel-Allzeit

Städte und Gemeinden, die zum angestammten Siedlungsgebiet der Sorben und Wenden gehören, können sich vom Land ihre Mehrkosten finanzieren lassen – für zweisprachige Ortseingangsschilder,  Briefköpfe und Straßenschilder sowie für notwendige Übersetzungskosten. Doch glücklich ist Meto Nowak nicht. Nowak ist Referent der Landesbeauftragten für Angelegenheiten der Sorben und Wenden, Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil. Es sei Geld für alle im Topf, aber nicht alle Gemeinden rufen die Pauschalen ab, erklärte er im jüngsten Ausschuss für sorbisch/wendische Angelegenheiten Spree-Neiße. Das finde er „unsolidarisch“. Und auch nicht alle, die die Pauschale abgerufen haben, scheinen das Geld auszugeben. Deshalb sei jetzt noch einmal eine Erinnerungsmail an sämtliche Kommunen geschickt worden.

Muss Meto Nowak um den hart erkämpften Topf für die Stärkung der Identität der Minderheit bangen? Mehrere Ausschussmitglieder baten ihn um Nachsicht: Manchen Verwaltungen fehle da noch die Routine, einige müssten erst die richtige niedersorbische Schreibweise für Ortsnamen, Straßennamen oder ganze Adressen finden. Lieber sollte den Gemeinde noch einmal Unterstützung von den Sorben- und Wendenbeauftragten angeboten werden.

Um Geduld bittet auch Dieter Perko (CDU), Bürgermeister von Neuhausen/Spree, die Meto Nowak „unsolidarisch“ nannte. Perko versichert auf RUNDSCHAU-Nachfrage, dass seine Verwaltung bis zum Jahresende Geld beantragen werde. „Für die Ortsschilder unseres Pücklerdorfs Groß Döbbern“, so Perko. Zwei Ortsteile der Gemeinde bekennen sich zum Siedlungsgebiet: Haasow und Groß Döbbern. Dass ganz Neuhausen/Spree zum Siedlungsgebiet gehört, dagegen klagt die Gemeinde vorm Verwaltungsgericht Cottbus. Aber auch wenn da – wie für die Gemeinde Felixsee, wo nur für den Ortsteil Bloischdorf eine Verbundenheit zu den Traditionen der Sorben und Wenden gesehen wird  – noch ein Rechtsstreit läuft, könne Geld beantragt werden, betont Meto Nowak.