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Geheim-Aktion von Spremberger Schüler klappt

Bis in 30 Meter Höhe stieg die Drehleiter mit dem Korb für die Dokumentation des Fotomotivs "Laga 2022", das die Schüler formten.
Bis in 30 Meter Höhe stieg die Drehleiter mit dem Korb für die Dokumentation des Fotomotivs "Laga 2022", das die Schüler formten. FOTO: René Wappler
Spremberg. 300 Gymnasiasten aus Spremberg haben sich am Mittwochmorgen auf dem Spremberger Markt versammelt, um den Schriftzug "Laga 2022" nachzubilden. Für die Aktion ließen die Rathaus-Mitarbeiter den Platz sperren. René Wappler

Damit nicht allzu viele neugierige Besucher das Fotomotiv verderben, versuchten die Organisatoren und die Schüler, den Anlass bis zum Mittwoch geheim zu halten, und sie baten alle Mitwisser um Stillschweigen - mit Erfolg. Nur wenige Passanten schauten vom Rand des Marktplatzes zu, sorgsam darauf bedacht, die gewünschte Bildkomposition nicht zu stören. Auf dem Parkplatz türmten sich unterdessen die Rucksäcke der Schüler.

Um 9.30 Uhr wies Jens-Uwe Winkler vom Laga-Verein die Jugendlichen freundlich, aber bestimmt ein, unterstützt vom Rathaus-Angestellten Frank Kuhlee. Das Foto soll die Präsentationsmappe für die Bewerbung zur Landesgartenschau im Jahr 2022 schmücken.

Neben Spremberg nimmt Beelitz am Wettbewerb teil. Beide Städte hatten sich zwar schon um das Ereignis im Jahr 2019 bemüht. Doch den Zuschlag erteilte die Landesregierung später an Wittstock/Dosse, zur Enttäuschung vieler Einwohner von Spremberg. Schnell stand fest: Die Stadt probiert es ein weiteres Mal.

Nun kam beim Fototermin am Mittwoch auch die neue Drehleiter der Spremberger Feuerwehr zum Einsatz. Anja Kießlich vom Laga-Verein stieg gemeinsam mit dem Fotografen David Dziergwa in den Korb. Das Fahrzeug hob sie hoch in die Luft, weit über das Dach des City-Centers hinaus, bis der Korb in 30 Meter Höhe verharrte. Andreas Flanz von der Feuerwehr stand den beiden Passagieren der Drehleiter zur Seite, um sicherzugehen, dass ihnen nichts passierte. Durch ein Megafon rief Anja Kießlich nach unten: "Frau Bürgermeisterin, in die Mitte, zur Laterne!"

Rathaus-Mitarbeiter Frank Kuhlee gab derweil vom sicheren Boden aus weitere Kommandos: "Alle mal hinhocken!" Diese Anweisung erheiterte manche Schüler, doch im Interesse einer möglichst großen Fotoauswahl für das endgültige Motiv fügten sie sich in ihr Schicksal.

Nur eine halbe Stunde nach dem ersten Bild folgte das Abschlussfoto der Aktion auf dem Marktplatz: Die Jugendlichen gruppierten sich zu einem großen Kreis. Dann sank die Drehleiter wieder herab zur Erde, ausgerechnet in dem Moment, als die ersten Regentropfen fielen. Anja Kießlich vom Laga-Verein sagte: "Das hat ja alles toll geklappt."

In den nächsten Tagen folgt die Auswahl des besten Motivs, das schließlich seinen Platz in der Bewerbungsmappe der Stadt Spremberg finden wird. Bürgermeisterin Christine Herntier kündigt darüber hinaus an: "Wir werden es auch im übernächsten Amtsblatt veröffentlichen."

Falls Spremberg also den Zuschlag für die Landesgartenschau im Jahr 2022 erhält, können die Schüler mit Fug und Recht sagen, dass sie zu diesem Erfolg beigetragen haben. Mit ganzem Einsatz und der Fähigkeit, zumindest bis zum Mittwochmorgen ein kleines Geheimnis zu bewahren.