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Geflügelpest – Die Talsperre Spremberg wird zum Beobachtungsgebiet

Ein Schild weist auf einen Geflügelpest-Sperrbezirk hin. Foto: Holger Hollemann/Archiv
Ein Schild weist auf einen Geflügelpest-Sperrbezirk hin. Foto: Holger Hollemann/Archiv
Spree-Neiße. Eine tote Ente in der Vorsperre trägt das aggressive H5N8-Virus. Bei einem am Stausee gefundenen Reiher ist der Subtyp noch nicht klar. Jürgen Scholz

Es gibt einen weiteren Fall von Vogelgrippe in der Region Cottbus/Spree-Neiße. Bei einer am 30. Januar an der Vorstaumauer der Talsperre Spremberg gefundenen Stockente wurde der H5N8-Virus nachgewiesen. Damit wird die Umgebung der östlichen Auslaufseite zum Sperrbereich. Bei einem ebenfalls am Stausee gefundenen Reiher wurde der Subtyp noch nicht bestimmt.

Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hat am Donnerstag die Infektion des Stockentenfundes mit dem aviären Influenza A-Viren H5N8 bestätigt. Die weitere Abklärung erfolgt durch das Nationale Referenzlabor auf der Insel Riems. Mit der Feststellung des Verdachts der Geflügelpest bei dem Wildvogel wurden durch das Veterinäramt des Landkreises alle notwendigen Maßnahmen angeordnet. Dazu werden ein Sperrbezirk von einem Kilometer und ein Beobachtungsbezirk von drei Kilometern um den Fundort eingerichtet. Die Kennzeichnung der Bezirke wird durch Schilder mit dem Hinweis "Wildvogelgeflügelpest - Sperrbezirk" und "Wildvogelgeflügelpest - Beobachtungsgebiet" vorgenommen. Als zusätzliche Schutzmaßnahme gilt es für Besitzer von Hunden und Katzen sicherzustellen, dass deren Tiere im Sperr- und Beobachtungsgebiet nicht frei umherlaufen. Weiterhin ist in diesen Gebieten die Jagd auf Federwild untersagt.

Insgesamt wurden dem für den Landkreis Spree-Neiße und die Stadt Cottbus zuständigen Veterinäramt in den vergangenen drei Wochen 28 Kadaver gemeldet. Ein der Leitstelle Lausitz gemeldeter toter Bussard bei groß Schacksdorf war nach Angaben der Kreisverwaltung bislang nicht auffindbar. In Forst wurde bei einem am 18. Januar aufgefundenen Bussard das H5N8-Virus nachgewiesen. Der Tierpark Cottbus ist wegen des Fundes von ebenso infizierten Enten am selben Tag derzeit gesperrt. Die Talsperre Spremberg ist damit der dritte Standort, an dem der aggressive Virusstamm nachgewiesen werden konnte und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet werden mussten.

Das Untersuchungsergebnis für einen bei Spremberg gefundenen Kormoran liegt noch nicht vor. Das gilt auch für sechs weitere Fälle und betrifft Kolkwitz (Fund eines Blässhuhns am 27. Januar) ebenso wie Groß Döbbern und Papitz (jeweils ein Reiher-Fund am 31. Januar), Cottbus (zwei am Donnerstag gefundene Vögel) und Albertinenaue bei Guben, wo ebenfalls am Donnerstag ein Habicht gefunden wurde.

In weiteren 16 Fällen gab es negative Untersuchungsergebnisse und damit Entwarnung. Die meisten gemeldeten Funde gab es in der Stadt Cottbus (sechs Funde) sowie im Bereich der Stadt Spremberg (4) und der Gemeinde Burg (4). Weitere Funde wurden gemeldet aus Forst (3), Groß Schacksdorf, Peitz, Bärenklau, Welzow, Drebkau (2), Jänschwalde, Kolkwitz und Papitz.